DEGAM 2019
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Digitalisierung und E-Health

Moderatoren: Nohl-Deryk , Pascal , (Deutschland)
 
Shortcut: P05
Datum: Freitag, 13. September 2019, 17:30
Raum: INZ Magistrale
Sessiontyp: Poster

Abstract

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17:30 P05-01

Identifikation von Prädiktoren für das Interesse und die Nutzung von e-health bezogenen Gesundheitsanwendungen bei hausärztlich versorgten Patienten (#22)

L. J. Leonardt1, B. M. Strauß1, F. Tiesler1, K. Brenk-Franz1

1 Universitätsklinikum Jena, Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Jena, Thüringen, Deutschland

Hintergrund

Nach WHO-Definition bezeichnet der Begriff eHealth (electronic Health) den Einsatz von Informations-und Kommunikationstechnologien, um die allgemeine Gesundheit und gesundheitsbezogene Bereiche zu fördern. Ein spezieller Teilbereich umfasst mHealth (mobile Health), was sich auf die Nutzung mobiler Endgeräte bezieht. Da gesundheitsbezogene Apps die Gesundheitsversorgung unterstützen können, aber nicht für alle Patientengruppen von Interesse sind, sollten Faktoren identifiziert werden, von denen das Interesse und die Nutzung solcher mobiler gesundheitsbezogenen Anwendungen abhängig sind.

Fragestellung

Inwiefern beeinflussen soziodemographische Merkmale (Alter, Geschlecht. Bildung), erkrankungsspezifische Merkmale (selbstberichteter Gesundheitszustand, Anzahl der chronischen Erkrankungen, psychische Merkmale der Patienten) und Patientenmerkmale (wie Bindung und Patientenaktivierung) das Interesse an und die Nutzung von e-Health bezogenen Gesundheitsanwendungen bei hausärztlich versorgten Patienten? Welche kritischen Aspekte werden von den Patienten geäußert, die als Barrieren für die Nutzung gelten können?

Methoden

Um krankheitsspezifische Prädiktoren für das das Interesse und die Nutzung telemedizinischer Anwendungen zu untersuchen, wurden Daten der Weimarer Telmed-Studie verwendet. Es handelt sich um eine monozentrische Beobachtungsstudie bei 192 hausärztlich versorgten Patienten, die an festgelegten Stichtagen befragt wurden. Multivariate Analysen mit Hilfe des Allgemeinen Linearen Modells wurden durchgeführt, um relevante Einflussfaktoren zu identifizieren.

Ergebnisse

Das prinzipielle Interesse an der Nutzung von Gesundheits-Apps und die Anzahl der installierten Apps werden durch die Patientenaktivierung und eine vermeidende Bindung positiv beeinflusst. Die tatsächliche Nutzung ist abhängig vom Alter und der Bindung der Patienten. Die gesundheitsbezogene  Internetrecherche hängt positiv mit der Patientenaktivierung und Bindung und negativ mit dem Alter zusammen. Über alle Patientenmerkmale hinweg wird der Hausarzt als wichtige Quelle der gesundheitsbezogenen Information bewertet.

Diskussion

Bekannte soziodemographische Einflussfaktoren für die Nutzung von gesundheitsbezogenen E-Health Anwendungen wurden gefunden. Darüber hinaus zeigt sich, dass insbesondere Patienten mit einer hohen Patientenaktivierung und einer vermeidender Bindung diese Gesundheitsanwendungen präferieren.

Take Home Message für die Praxis

In Abhängigkeit von bestimmten Patientenmerkmalen variieren das Interesse und Nutzungsverhalten von gesundheitsbezogene e-health Anwendungen. Damit scheinen diese Anwendungen derzeit für einen spezifischen Nutzerkreis interessant zu sein.

Stichwörter: Bindung, Gesundheitsversorgung, Patientenaktivierung, eHealth
17:40 P05-02

Fragebogenentwicklung zur Messung von Einstellung und Erwartung gegenüber Online-Interventionen von Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten und Patienten mit psychischen Erkrankungen (#216)

M. Hanf1, K. Mergenthal1

1 Goethe Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland

PREMA-Studiengruppe

Hintergrund

Innerhalb des Innovationsfondprojekts PREMA (eHealth gestütztes Case-Management für psychisch Erkrankte in der hausärztlichen Primärversorgung) werden Einstellungen und Erwartungen von Hausärzten (HA), Medizinischen Fachangestellten (MFA) und Patienten (PAT) gegenüber einer neuartigen Behandlungsmethode evaluiert. Behandelt werden Patienten mit Depression und/oder Angst-/Panikstörungen in der hausärztlichen Primärversorgung. Die Intervention besteht aus einem strukturierten Übungsprogramm mit persönlichen Terminen zwischen HA und PAT, regelmäßigen Telefonterminen zwischen MFA und PAT, und der Unterstützung durch eine Online-Plattform. Mithilfe eines Fragebogens soll u.a. die Veränderung der Einstellungen und Erwartungen gegenüber der Nutzung/Anwendung einer Online-Plattform erhoben werden.

Fragestellung

Welche Dimensionen liegen der Fragebogenentwicklung zur Messung von Einstellung und Erwartung von Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten und Patienten gegenüber einer Online-Plattform zugrunde?

Methoden

Die Fragebogenkonstruktion erfolgte auf der Grundlage einer Literaturrecherche. Im Ergebnis zeigte sich ein nur geringer theoretischer Kenntnisstand bezüglich der Einstellungsmessung gegenüber Online-Plattformen. Zunächst wurde ein großer Itempool mit verschiedenen Subskalen zusammengestellt. Im interdisziplinären Team erfolgte die Auswahl geeigneter Items aus bereits validierten Fragebögen, die sich nach den zu untersuchenden Merkmalen der Hauptstudie „PREMA“ richteten. Anschließend wurden im Konsensusverfahren einzelne Items verschiedenen Dimensionen zugeordnet. Mit dieser ersten Itemliste erfolgte ein kognitiver Pretest durch die Anwendung der Think-Aloud-Methode. Durch die Pretests wurden Items identifiziert, die zu Verständnisproblemen führten. Diese wurden anschließend umformuliert oder gestrichen. In einem weiteren Pre-Test wurde die Verständlichkeit/Handhabbarkeit erneut getestet.

Ergebnisse

In dem Fragebogen zur Erfassung der Einstellung gegenüber einer Online-Plattform werden folgende Dimensionen abgefragt: Skepsis, Risikowahrnehmung, Vertrauen in die therapeutische Wirksamkeit, Defizite durch Technisierung, Vorteile durch Anonymität und Akzeptanz von Online-Interventionen, erfragt.

Diskussion

In der PREMA-Studie kommt der Fragebogen bei HA, MFA und PAT zu Studienbeginn, nach 6 und 12 Monaten Interventionsdauer zum Einsatz.

Take Home Message für die Praxis

Die Ergebnisse der Fragebogenerhebung können wichtige Aspekte für eine erfolgreiche Implementierung von Online-Interventionen in die Regelversorgung der hausärztlichen Primärversorgung liefern. Weiterhin können Prädiktoren zu positiven und negativen Einstellungen und Erwartungen abgeleitet werden.

Stichwörter: Digitalisierung, E-Health, Einstellung, Fragebogenkonstruktion
17:50 P05-03

Adhärenz und Akzeptanz einer häuslichen Telemedizinanwendung durch multimorbide Patienten über 65 Jahre. Ergebnisse aus der ATMoSPHÄRE-Studie. (#217)

C. Lang1, 2, K. Voigt2, R. Neumann3, A. Bergmann2, V. Holthoff-Detto1, 4

1 Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Dresden, Sachsen, Deutschland
2 Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin/Medizinische Klinik 3, Dresden, Sachsen, Deutschland
3 Philosophische Fakultät der Technischen Universität Dresden, Institut für Soziologie/Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung, Dresden , Sachsen, Deutschland
4 Alexianer Krankenhaus Hedwigshöhe Berlin, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Berlin, Berlin, Deutschland

Hintergrund

Aktuell gibt es nur wenige umfassende Studien zur Akzeptanz von TMA bei multimorbiden, älteren Patienten. Im Projekt ATMoSPHÄRE wurden die Adhärenz und Akzeptanz einer Telemonitoring-Anwendung durch ältere, multimorbide Patienten im häuslichen Umfeld evaluiert.

Fragestellung

Sind Studienpatienten adhärent hinsichtlich der hausärztlich verordneten Vitaldatenmessungen über telemedizinische Messgeräte?

Welche demographischen Variablen haben einen Einfluss auf die Nichtakzeptanz einer TMA?

Methoden

Studienteilnehmer bekamen in einer longitudinalen multizentrischen Studie ein Tablet und Messgeräte, über welche sie im häuslichen Umfeld Vitalwerte versenden und Versorgungsinhalte abrufen konnten. Studienhausärzte verordneten Patienten Vitaldatenmessungen (Blutdruck (RR), Herzfrequenz (HF), Sauerstoffsättigung (SpO2), Körpergewicht (KG)) und Messfrequenzen (täglich, wöchentlich, <wöchentlich). Adhärenzdaten wurden wöchentlich individuell erhoben und mittels Mehrebenenanalysen ausgewertet. Gründe für Nichtakzeptanz der TMA wurden über computerbasierte Telefoninterviews mit Studienabbrechern erhoben und subgruppenspezifisch analysiert.

Ergebnisse

177 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen, wovon 34,5% (n=61) Studienabbrecher sind. Patienten, die 1xwöchentlich RR/HF messen sollten, haben weniger gemessen. Patienten, die täglich und mehrfach wöchentlich messen sollten, haben mehr gemessen. Hauptsächlich Frauen, signifikant mehr alleinlebende/verwitwete Patienten, Patienten über 75 Jahre und Patienten mit niedrigem Schulbildungsgrad gaben Schwierigkeiten im Umgang mit dem Tablet und der Tablet-Software Motiva an.

Diskussion

Die Übermessung der täglich messenden Patienten kann an der Fehleranfälligkeit der Tablets oder an der mangelnden/fehlenden Internetverbindung liegen, wodurch Patienten gezwungen waren, Messungen mehrmals vorzunehmen, um die Datenübertragung sicherzustellen. Patienten könnten ein gesteigertes Interesse an der Messung eigener Vitaldaten haben oder Ängste könnten diesen Übermessungen zugrunde liegen. Ein zielgruppenorientiertes Vorgehen ist bedeutend, um vulnerablen Zielgruppen wie z.B. alleinlebenden/verwitweten Patienten und Patienten mit niedrigem Schulbildungsgrad eine hausärztliche telemedizinische Versorgung zu gewährleisten und die Anwendungshandhabung zu erleichtern.

Take Home Message für die Praxis

Für eine Erhöhung der Adhärenz und Akzeptanz vom TMA sollte einzusetzende Hardware hinsichtlich der technischen Fehleranfälligkeit vor dem Einsatz geprüft und eine stabile Internetverbindung sichergestellt werden. Um eine optimale Nutzerzentrierung und -akzeptanz in der Anwendung von TMA zu gewährleisten, ist eine Vorab-Analyse der einzubindenden Kohorte unumgänglich.

Stichwörter: Telemedizin, Telemonitoring, Adhärenz, Akzeptanz
18:00 P05-04

CRE-OPT: Systematische Analyse von Multimedikation. Eine Cluster-randomisierte Studie zur Evaluation der kontinuierlichen digitalen Unterstützung unter Einbeziehung von Patientenpräferenzen in den Niederlanden. (#277)

J. Bohnen2, J. Stoffers2, T. van der Weijden2, P. Denig3, M. van den Akker1

1 Johann Wolfgang Goethe-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland
2 Maastricht University, Department of Family Medicine, Maasstricht, Niederlande
3 University Medical Centre Groningen, Department of Clinical Pharmacy and Pharmacology, Groningen, Niederlande

Hintergrund

Die regelmäßige systematische Analyse von Medikamenten bei Patienten mit Multimedikation ist eine hoch relevante, allerdings sehr arbeitsintensive Aufgabe. In der CRE-OPT-Studie wird die Effektivität einer leitlinienbasierten kontinuierlichen Software „Clinical Rules Engine“ (CRE) zusammen mit dem Instrument „Outcome Prioritization Tool“ (OPT) evaluiert.

Fragestellung

Verbessert die Durchführung der CRE-OPT-Studie die Patientenzufriedenheit in Bezug auf ihre Medikation nach einem Jahr?

Methoden

Cluster-randomisierte Studie (2019-2021) in 18 Hausarztpraxen in den Niederlanden. Einschluss von 360 Patienten - 180 Interventionen - und 180 Kontrollpatienten (Regelversorgung).

Population: ≥65 Jahre, ≥5 Medikamente mit Indikationen aus mindestens zwei Organsystemen.

Intervention: CRE-Software: Software aus über 500 Algorithmen basierend auf Leitlinien, Beers-Liste und START-STOPP-Kriterien. Verwendet werden aus der Elektronischen Patientenakte Medikamente, Diagnosen, Alter, Geschlecht, Laborbefunde. Ein Ergebnisbericht sendet im 14tägigen Rhythmus NUR NEUE Befunde bzgl. Interaktionen, überflüssige oder fehlende Medikamente.

OPT-Gesprächsinstrument über 4 Themen (Überlebenszeit, Unabhängigkeit, Schmerzen, andere Beschwerden) welches sich gezielt nach Patientenpräferenzen innerhalb einer multidisziplinären Medikationsbeurteilung richtet.

Primärer Endpunkt: Patientenzufriedenheit mit der medikamentösen Behandlung nach 12 Monaten (TSQM: Treatment Satifaction Questionnaire for Medication).

Sekundäre Endpunkte: Zahl der unerwünschten Nebenwirkungen, Adhärenz, Medikationsbelastung, Lebensqualität.

Statistische Analyse: Lineare gemischte Modelle.

Ergebnisse

Auf dem Kongress werden Studiendesign und Intervention vorgestellt.

Diskussion

Nach ersten Einschätzungen werden Hausärzte, Apotheker und MFA, mit CRE-OPT ein praktikables hilfreiches Instrument für ihren Praxisalltag zur Unterstützung einer gemeinsamen Entscheidungsfindung in Bezug auf die Medikamentenverordnung erhalten. CRE und OPT wurde separat ausprobiert in unterschiedliche Regionen in den Niederlanden.

Take Home Message für die Praxis

CRE-OPT ist eine neue Methode, in der Patientenpräferenzen in wiederholte, systematische Analysen der Medikation einfließen, wodurch die Medikamentenverordnung voraussichtlich zu optimieren ist.

Stichwörter: Multimedikation, Digitalisierte Klinische Entscheidungsunterstützung, Patientenpräferenzen
18:10 P05-05

Wirksamkeit der ‚Anwendung für ein digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management (AdAM)‘ - Studienprotokoll der cluster-randomisierten kontrollierten Studie (#180)

B. S. Müller1, A. I. González-González1, R. Klaaßen-Mielke2, T. S. Nguyen1, B. Flaig1, I. Schubert3, P. Ihle3, W. Greiner4, B. Surmann4, U. Karbach5, 6, H. Pfaff6, S. Söling6, J. Köberlein-Neu7, R. Perera8, S. Harder9, P. Glaziou10, H. - J. Trampisch2, C. Muth1

1 Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland
2 Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Bochum, Deutschland
3 Universitätsklinikum Köln, PMV forschungsgruppe, Köln, Deutschland
4 Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Bielefeld, Deutschland
5 Technische Universität Dortmund, Fachbereich Rehabilitationssoziologie, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Dortmund, Deutschland
6 Universität Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft, Köln, Deutschland
7 Bergische Universität Wuppertal, Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung, Wuppertal, Deutschland
8 University of Oxford, Nuffield Department of Primary Care Health Sciences, Oxford, Großbritannien
9 Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Klinische Pharmakologie, Frankfurt am Main, Deutschland
10 Bond University, Centre for Research in Evidence-Based Practice, Robina, Australien

Hintergrund

Patienten mit Multimedikation sind durch Medikationsfehler und unerwünschte Arzneimittelwirkungen gefährdet. Zur Medikationsoptimierung wird in AdAM eine digitale Intervention („eMMa“=elektronisches Medikations-Management ambulant) als neue Versorgungsform (Innovationsfonds, Fkz 01NVF16006) getestet, durch BARMER-Krankenversicherung und KVWL implementiert und von sechs Universitäten summativ und formativ (auch Kosteneffektivität, Nachhaltigkeit und Implementierungsbarrieren) auf der Basis von BARMER-Versichertendaten, eMMa-Anwendungsdaten sowie Primärdaten evaluiert. Hier präsentieren wir das Vorhaben zur Wirksamkeitsprüfung (ClinicalTrials.gov: NCT03430336; Ethik-Votum: 2017184, LÄK Nordrhein).

Fragestellung

Ist eMMa wirksam, um Krankenhausaufnahmen oder Sterblichkeit bei Erwachsenen mit Multimedikation zu senken und die Verordnungsqualität zu verbessern?

Methoden

Design/Setting: Cluster-randomisierte kontrollierte Studie, teilnehmende Hausarztpraxen in Westfalen-Lippe werden 1:1 in Interventionsgruppe/Wartekontrollgruppe randomisiert, die Wartekontrollgruppe erhält nach 15 Monaten Gesamt-Follow-up die Intervention.

Population: Potenzialpatienten (Erwachsene, ≥5 Dauer-Verordnungen) werden in BARMER-Versichertendaten identifiziert, Hausärzten der Interventionsgruppe gemeldet und von diesen nach informierter Zustimmung eingeschrieben.

Intervention: Hausärzte der Interventionsgruppe erhalten in eMMa behandlungsrelevante Informationen zu eingeschriebenen Patienten aus BARMER-Versichertendaten, aktualisieren/ergänzen diese, erhalten Warnhinweise zu unangemessenen Verordnungen, optimieren die Medikation, erstellen einen bundeseinheitlichen Medikationsplan (ggf. fremdsprachig) und erhalten eine Vergütung von €80/Intervention. Zudem bietet eMMa Handlungsempfehlungen zur Medikationsoptimierung, einen Pharmakotherapie-Konsil-Service und eine Patienten-App. Patienten aus Praxen der Kontrollgruppe erhalten Regelversorgung.

Material/Methoden: Primärer kombinierter Endpunkt ist Tod oder Krankenhausaufnahme jeglicher Ursache innerhalb von 15 Monaten; primäres und sekundäre Outcomes (u.a. Parameter für unangemessene und Untertherapie (z.B. STOPP/START)) sowie Prozessparameter (z.B. Zahl der Verordnungen) werden in BARMER-Versichertendaten ermittelt.

Statistik: 17.200 Patienten (539 Praxen) werden pro Gruppe benötigt, um im kombinierten Endpunkt eine relative Risikoreduktion um 5% mit einer Power von 85% aufzudecken (ICC=0.01); modifizierte Intention-To-Treat-Auswertung aller eingeschriebenen Patienten und der verstorbenen Potenzialpatienten, zusätzliche Per-Protocol-Analysen.

Ergebnisse

Nicht zutreffend, da Studienprotokoll

Diskussion

Die BARMER-Versichertendaten-basierte Evaluation in kontrolliertem Design liefert belastbare Ergebnisse, reduziert Aufwände und störende Effekte (Kontamination) gegenüber primärer Datenerhebung. Die Rekrutierung der hohen Fallzahl ist eine zentrale Herausforderung.

Take Home Message für die Praxis

AdAM ist weltweit die größte cluster-randomisierte Multimedikationsstudie.

Stichwörter: Multimedikation, E-Health, Digitalisierung