DEGRO 2021
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Highlight Session - Best Abstracts

Moderatoren: Prof. Dr. Daniel Zips (Universitätsklinikum Tübingen, Radioonkologie, Tübingen); Sonia Ziegler (Uniklinik Göttingen, Göttingen)
 
Shortcut: High-02
Datum: Samstag, 26. Juni 2021, 13:15 - 14:15
Raum: LiveStream 1,LiveStream 2,LiveStream 3,LiveStream 4
Sessiontyp: Highlight

Abstract

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13:15 High-02-1

5-Jahres-Überlebensdaten von Durvalumab nach Chemoradiotherapie bei inoperablem NSCLC im Stadium III - ein Update der PACIFIC-Studie (#106)

M. de Wit1, D. R. Spigel2, C. Faivre-Finn3, J. E. Gray4, D. Vicente5, D. Planchard6, L. Paz-Ares7, J. F. Vansteenkiste8, M. C. Garassino9, R. Hui10, X. Quantin11, A. Rimner12, Y. - L. Wu13, M. Özgüroğlu14, K. H. Lee15, T. Kato16, E. Macpherson17, M. Newton18, P. Thiyagarajah19, S. J. Antonia4, M. Reck20

1 Vivantes Klinikum Neukoelln, Berlin, Berlin
2 Sarah Cannon Research Institute/Tennessee Oncology, Nashville, Tennessee
3 The University of Manchester and The Christie NHS Foundation Trust, Manchester
4 H. Lee Moffitt Cancer Center and Research Institute, Tampa, Florida
5 Hospital Universitario Virgen Macarena, Seville
6 Department of Medical Oncology, Thoracic Unit, Gustave Roussy, Villejuif
7 CiberOnc, Universidad Complutense and CNIO, Hospital Universitario 12 de Octubre, Madrid
8 University Hospitals KU Leuven, Leuven
9 Fondazione IRCCS Istituto Nazionale dei Tumori, Milan
10 Westmead Hospital and the University of Sydney, Sydney
11 Montpellier Cancer Institute (ICM) and Montpellier Cancer Research Institute (IRCM), INSERM U1194, University of Montpellier, Montpellier
12 Department of Radiation Oncology, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, New York
13 Department of Pulmonary Oncology, Guangdong Lung Cancer Institute, Guangdong Provincial People’s Hospital & Guangdong Academy of Medical Sciences, Guangzhou
14 Istanbul University − Cerrahpaşa, Cerrahpaşa School of Medicine, Istanbul
15 Chungbuk National University Hospital, Chungbuk National University College of Medicine, Cheongju
16 Kanagawa Cancer Center, Yokohama
17 AstraZeneca, Macclesfield
18 AstraZeneca, Gaithersburg, Maryland
19 AstraZeneca, Cambridge
20 Lung Clinic Grosshansdorf, Airway Research Center North, German Center for Lung Research, Grosshansdorf, Schleswig-Holstein

Fragestellung

In der Placebo-kontrollierten Phase-3 Studie PACIFIC verbesserte Durvalumab bei Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III nach platinbasierter simultaner Chemoradiotherapie (cCRT) ohne Krankheitsprogression signifikant das Gesamtüberleben (OS; stratifizierte HR 0,68; 95% CI 0,53-0,87; p=0,0025; Median nicht erreicht vs. 28,7 Monate; Daten-Cut-Off [DCO] 22.03.2018) und das progressionsfreie Überleben (PFS; stratifizierte HR 0,52, 95% CI 0,42-0,65; p<0,0001; Median 16,8 vs. 5,6 Monate; DCO 13.02.2017) basierend auf den primären Analysen. Durvalumab zeigt keine auffälligen Nebenwirkungen und wirkte sich im Vergleich zu Placebo nicht nachteilig auf die von den Patienten berichteten Ergebnisse aus. Die Ergebnisse etablierten die Durvalumab-Konsolidierung nach einer CRT (das "PACIFIC-Regime") als Versorgungsstandard in diesem Setting. Wir berichten über aktualisierte, explorative Analysen von OS und PFS, die ~5 Jahre nach der Randomisierung des letzten Patienten durchgeführt wurden.

Methodik

Patienten mit WHO PS 0/1 (beliebiger Tumor-PD-L1-Status), deren Erkrankung nach platinbasierter cCRT (≥2 Zyklen) nicht fortgeschritten war, wurden 1-42 Tage nach der cCRT (verwendete Gesamt-RT-Dosis typischerweise 60-66 Gy in 30-33 Fraktionen) 2:1 randomisiert, um 12 Monate Durvalumab (10 mg/kg IV alle 2 Wochen) oder Placebo zu erhalten, stratifiziert nach Alter (<65 vs ≥65 Jahre), Geschlecht und Raucherhistorie (aktueller/früherer Raucher vs nie geraucht). Primäre Endpunkte waren OS und PFS (verblindete unabhängige zentrale Überprüfung; RECIST v1.1) in der ITT-Population. Wir präsentieren aktualisierte Analysen von OS und PFS für die ITT-Population (HRs und 95%-KIs, stratifizierte Log-Rank-Tests) sowie für präspezifizierte und post-hoc-Patientenuntergruppen (unstratifizierte Cox-Proportional-Hazards-Modelle), basierend auf den 5-Jahres-Follow-up-Daten von PACIFIC. Die OS/PFS-Mediane und -Jahresraten werden mit der Kaplan-Meier-Methode geschätzt.

Ergebnis

Es werden aktualisierte OS- und PFS-Daten, einschließlich relevanter Subgruppen, 5-Jahres-OS/PFS-Raten und eine aktualisierte Zusammenfassung nachfolgender Krebstherapien, basierend auf dem DCO vom 11. Januar 2021, präsentiert.

Schlussfolgerung

Die aktualisierten Überlebensergebnisse aus der PACIFIC-Studie werden Aufschluss über den langfristigen Überlebensvorteil von Durvalumab nach cCRT gegenüber cCRT alleine geben.
Sponsor:AstraZeneca

Stichwörter: PACIFIC, Durvalumab, CRT, NSCLC, Stadium III
13:28 High-02-2

Finale Ergebnisse der Bestrahlungsplanungs-Qualitätssicherung bei der definitiven Radiochemotherapie des NSCLC im Rahmen der PET-Plan Studie (#430)

Priv.-Doz. E. Gkika1, T. Schimek-Jasch1, S. Kremp3, S. Lenz2, A. Schaefer-Schuler4, Dr. M. Mix5, A. Küsters6, M. Tosch7, 8, Prof. T. Hehr9, S. M. Eschmann10, Y. - P. Bultel11, Dr. P. Hass12, Priv.-Doz. J. Fleckenstein3, Dr. A. H. Thieme13, M. Stockinger14, K. Dieckmann15, Priv.-Doz. M. Miederer16, G. Holl17, H. C. Rischke1, Dr. S. Adebahr1, J. König18, Prof. H. Binder2, Prof. A. - L. Grosu1, U. Nestle1, 6

1 Uniklinik Freiburg, Klinik für Strahlenheilkunde, Freiburg
2 Universität Freiburg, Institut für Biometrie und Statistik, Freiburg
3 Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Strahlentherapie, Homburg/Saar
4 Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Nuklearmedizin, Homburg/Saar
5 Uniklinik Freiburg, Klinik für Nuklearmedizin, Freiburg
6 Kliniken Maria Hilf, Klinik für Strahlenheilkunde, Mönchengladbach
7 Helios University Hospital Wuppertal, Klinik für Nuklearmedizin, Wuppertal
8 University of Witten/Herdecke, Witten
9 Marienhospital, Klinik für Strahlenheilkunde, Stuttgart
10 Marienhospital, Klinik für Nuklearmedizin, Stuttgart
11 Klinikum Mutterhaus der Boromäerinnen, Klinik für Strahlenheilkunde, Trier
12 Uniklinik Magdeburg, Klinik für Strahlenheilkunde, Magdeburg
13 Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Strahlenheilkunde, Berlin
14 Uniklinik Mainz, Klinik für Strahlenheilkunde, Mainz
15 Universitätskliniken der MedUni Wien / AKH Wien, Universitätsklinik für Radioonkologie, Wien
16 Uniklinik Mainz, Klinik für Nuklerarmedizin, Mainz
17 Kliniken Schwerin, Klinik für Nuklerarmedizin, Schwerin
18 Universität Mainz, Institut für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Infrormatik, Mainz

Fragestellung

In der prospektiv randomisierten, multizentrischen, PET-Plan-Studie (NCT00697333) wurde die Zielvolumendefinition mittels F18-FDG-PET bei primärer Radiochemotherapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenen, nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen(NSCLC) untersucht. Als Teil der Qualitätssicherungsmaßnahmen (RTQA) wurden die protokollgemäße Planung und Durchführung der Bestrahlung pro- und retrospektiv evaluiert und hinsichtlich der Auswirkung auf Ergebnisparameter der Studie untersucht.

Methodik

Die Zielvolumendefinition erfolgte auf Basis der FDG-PET (Arm B) bzw. zusätzlich der CT plus elektiver Nodalbestrahlung (Arm A). In beiden Studienarmen wurde, konkomitant zu einer platinhaltigen Chemotherapie,  isotoxisch bis zu einer Dosis von 60-74 Gy eskaliert. Als prospektive RTQA wurde zentral der erste Bestrahlungsplan (bzw. bei relevanten Abweichungen weitere) jedes Studienzentrums durch eine Gruppe unabhängiger Ärzte und Physiker bewertet. Eine weitere RTQA wurde im Rahmen regelmäßiger Studientreffen gegenseitig durch die Studienzentren durchgeführt und die Ergebnisse diskutiert. Bei Ende der Rekrutierung und vor Auswertung der Studie wurden alle Bestrahlungspläne zentral evaluiert.  Pro Bestrahlungsplan wurden 24 Parameter (Arm A) und 20 Parameter (Arm B) betreffend Zielvolumendefinition (GTV Primärtumor, CTV Lymphknotenstationen, Konturierung / Dosisrestriktion von Lunge, Ösophagus, Herz und Myelon, sowie physikalische Planungsparameter und Durchführung der Bestrahlung überprüft. Kategorisiert wurde in protokollgemäße (pP), intermediäre (miD), schwerwiegende (maD) Protokollabweichungen.

Ergebnis

Bestrahlungspläne der 204 randomisierten Patienten wurden analysiert (A: n=99, B n=105). Bei 31 (15%) Patienten zeigte sich eine maD, ohne signifikanten Unterschied in den Studienarmen.  Patienten mit maD hatten ein signifikant schlechteres OS (HR 2.9 [95% CI 1.8–4.4], p<.001) und ein höheres Risiko für eine lokoregionäre Progression (HR 5.7 [95% CI 2.7–11.1], p<.001). Diese Ergebnisse waren weiterhin signifikant auch in der Gruppe der Patienten (n=190) die mindestens 60 Gy erhielten. (OS: HR 2.7 [95% CI 1.55–4.44], p<.001, LC:HR 4.8 [95% CI 1.92–10.19], p<.001). Insbesondere, ungünstig auf das OS wirkten Abweichungen in der Normalgewebskonturierung und das Überschreiten der vorgegebenen Restriktionen aus (HR 3.6 [95%CI 1.5-7.3], p 0.006) ohne einen Einfluss auf das Auftreten von Grad > 3 Toxizitäten.

Schlussfolgerung

Die Abweichung vorgegebener Strahlentherapie-Qualitätsparameter ist im vorliegenden Patientenkollektiv mit einer ungünstigen Prognose vergesellschaftet. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der RTQA in prospektiven Studien.

Stichwörter: RTQA, NSCLC, Radichemotherapie
13:41 High-02-3

Primäre Ergebnisse der Phase II CheckRad-CD8-Studie: Erstlinienbehandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren mit doppelter Checkpoint-Blockade und Strahlentherapie in Abhängigkeit von der intratumoralen CD8+ T-Zell-Infiltration (#439)

Priv.-Doz. M. Hecht1, Dr. M. Eckstein2, Dr. S. Rutzner1, Dr. J. von der Grün3, Dr. T. Illmer4, Priv.-Doz. G. Klautke5, Prof. S. Laban6, Priv.-Doz. M. G. Hautmann7, Prof. T. B. Brunner8, Dr. B. Tamaskovics9, Dr. A. Hinke10, Priv.-Doz. B. Frey1, Priv.-Doz. S. Semrau1, Prof. A. Hartmann2, Priv.-Doz. P. Balermpas3, Prof. W. Budach9, Prof. U. S. Gaipl1, Prof. H. Iro11, Priv.-Doz. A. - O. Gostian11, Prof. R. Fietkau1

1 Friedrich-Alexander-Universität, Strahlenklinik, Erlangen
2 Friedrich-Alexander-Universität, Pathologie, Erlangen
3 Goethe-Universität, Strahlentherapie, Frankfurt
4 Onkologische Gemeinschaftspraxis Dresden/Freiberg, Dresden
5 Klinikum Chemnitz, Strahlentherapie, Chemnitz
6 Universität Ulm, HNO, Ulm
7 Universität Regensburg, Strahlentherapie, Regensburg
8 Otto von Guericke Universität, Strahlenthearpie, Magdeburg
9 Heinrich Heine Universität, Strahlentherapie, Düsseldorf
10 Clinical Cancer Research Consulting (CCRC), Düsseldorf
11 Friedrich-Alexander-Universität, HNO, Erlangen

Fragestellung

Die Inhibition des PD-1/PD-L1-Signalwegs ist beim rezidivierten/metastasierten HNSCC effizient. Die Inhibition des Immun-Checkpoints CTLA-4 kann synergistisch zur Strahlentherapie sein. Diese Studie untersucht die Machbarkeit und Wirksamkeit einer kombinierten PD-L1/CTLA-4-Blockade begleitend zur Induktions-Chemotherapie und Strahlentherapie.

Methodik

Patienten mit unbehandeltem HNSCC im Stadium III-IVB (AJCC Version 8) waren für diese multizentrische Phase-II-Studie zugelassen. Die Behandlung bestand aus einem einzelnen Zyklus Cisplatin 30mg/m² d1-3, Docetaxel 75mg/m² d1, Durvalumab 1500mg fixe Dosis d5 und Tremelimumab 75mg fixe Dosis d5. Patienten mit einem Anstieg der intratumoralen CD8+-Immunzelldichte um mindestens 20% oder tumorfreier Re-Biopsie bei sicherem histologischen Nachweis eines Tumorbettes  erhielten eine Radio-Immuntherapie (RIT) normofraktioniert bis zu einer Gesamtdosis von 70Gy. Die Patienten erhielten weitere drei Zyklen Durvalumab/Tremelimumab (q4w, zwei simultan und einer sequentiell), gefolgt von acht Zyklen Durvalumab mono (q4w). Primärer Endpunkt war die Feasibility rate der Patienten, die in die RIT eintraten. Zielkriterium war, dass ≥80% dieser Patienten die Behandlung bis mindestens Zyklus 6 der Immuntherapie erhalten. Die Fallzahlplanung ergab 57 Patienten, die in die RIT aufgenommen werden sollten. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS).

Ergebnis

Zwischen September 2018 und Mai 2020 wurden 80 Patienten rekrutiert (ein Pat. ausgeschlossen). Das mediane Alter betrug 60 Jahre, 33 Patienten (42%) waren aktuelle Raucher, 43 Patienten (54%) hatten Oropharynxkarzinome (53% p16-positiv), 44 Patienten (56%) waren im Stadium IV. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 12,5 Monate. Von 60 Patienten, die in die RIT eintraten (primäre Endpunktkohorte), erlitten 10 einen DLT und 4 brachen die Therapie aus anderen Gründen ab. Die Durchführbarkeitsrate der RIT-Kohorte bis Zyklus 6 betrug 82% (46/56) und erfüllte damit den primären Endpunkt von ≥80% (95% Konfidenzintervall (KI), einseitig (untere Grenze): 72%). Die RIT-Kohorte hatte eine PFS-Rate nach 1 Jahr von 79% (CI 69-90%) und nach 2 Jahren von 73% (CI 61-87%) und eine OS-Rate nach 1 Jahr von 89% (CI 81-98%) und nach 2 Jahren von 86% (CI 77-97%). Die gesamte Studienkohorte hatte eine PFS-Rate nach 1 Jahr von 75% (CI 65-85%) und nach 2 Jahren von 68% (CI 58-81%) und eine OS-Rate nach 1 Jahr von 86% (CI 78-95%) und nach 2 Jahren von 80% (CI 70-91%). Toxizität (behandlungsbedingt oder nicht behandlungsbedingt) ≥Grad 3 trat bei 75 Patienten (95%) auf und bestand hauptsächlich aus Dysphagie (53%), Leukopenie (48%) und Infektionen (29%). Häufigste DLT was Hepatitis (10%).

Schlussfolgerung

Die Studie hat den primären Endpunkt Machbarkeit (Feasibility) erreicht. Intratumorale CD8+ T-Zell-basierte Patientenselektion nach Induktionstherapie identifiziert Patienten mit vielversprechenden PFS-Raten nach chemotherapiefreier RIT.

Stichwörter: Radioimmuntherapie, HNSCC, PD-L1, Durvalumab, Tremelimumab
13:54 High-02-4

Toxizität von stereotaktischer Strahlentherapie in Kombination mit zielgerichteten Systemtherapien: prospektive Analyse der TOaSTT-Datenbank (#361)

PhD/MD S. G. C. Kroeze1, Dr. C. Fritz24, Dr. J. Schaule1, Dr. M. Spaas2, Dr. K. H. Kahl3, PhD/MD J. J. C. Verhoeff4, PhD/MD F. Schneiders5, Dr. O. Blanck6, Dr. F. Lohaus7, Dr. S. Rogers8, Priv.-Doz. D. Kaul9, Dr. S. Benavente10, Prof. S. E. Combs11, Dr. G. Skazikis12, K. Baumann13, Dr. I. Popp14, Dr. F. Koppe15, Prof. H. Geinitz16, Dr. K. de Jaeger17, Prof. S. Siva18, Dr. S. Stera19, Prof. A. Wittig-Sauerwein20, Dr. V. Lewitzki21, Priv.-Doz. F. Eckert22, Dr. M. M. Schymalla23, Prof. M. Guckenberger1

1 Universitätsspital Zürich, Radioonkologie, Zürich
2 Ghent University Hospital, Radioonkologie, Gent
3 Universitätsklinikum Augsburg, Radioonkologie, Augsburg
4 University Medical Center Utrecht, Radioonkologie, Utrecht
5 Amsterdam University Medical Center, Radioonkologie, Amsterdam
6 Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Radioonkologie, Kiel
7 Technische Universität Dresden, Radioonkologie, Dresden
8 Kantonsspital Aarau, Radioonkologie, Aarau
9 Charité-University Hospital Berlin, Radioonkologie, Berlin
10 Vall d'Hebron University Hospital, Radioonkologie, Barcelona
11 Technische Universität München, Radioonkologie, München
12 Schwarzwald-Baar Klinikum, Radioonkologie, Villingen-Schwenningen
13 Klinikum Stuttgart, Radioonkologie, Stuttgart
14 Universitätsklinikum Freiburg, Radioonkologie, Freiburg
15 Instituut Verbeeten, Radioonkologie, Tilburg
16 Ordensklinikum Linz, Radioonkologie, Linz
17 Catharina Hospital, Radioonkologie, Eindhoven
18 Peter MacCallum Cancer Centre, Radioonkologie, Melbourne
19 Universitätsklinikum Frankfurt, Radioonkologie, Frankfurt
20 Universitätsklinikum Jena, Radioonkologie, Jena
21 Universitätsklinikum Würzburg, Radioonkologie, Würzburg
22 Universitätsklinikum Tübingen, Radioonkologie, Tübingen
23 Universitätsklinikum Marburg, Radioonkologie, Marburg
24 Marienhospital, Radioonkologie, Stuttgart

Fragestellung

Die stereotaktische Strahlentherapie (SRT) wird zunehmend häufiger bei metastasierten Patienten durchgeführt, die gleichzeitig eine Targeted Therapie (TT) und/oder Immuntherapie (IT) erhalten. Damit wird versucht eine dauerhafte lokale Metastasen-Kontrolle zu erreichen und die Prognose zu verbessern. Das Wissen über die Sicherheit dieses multimodalen Therapieansatzes ist jedoch begrenzt. Das Ziel dieser Studie ist prospektiv die Sicherheit der SRT in Kombination mit einer TT oder IT bei Patienten zu untersuchen.

Methodik

Patienten mit metastasiertem Karzinom, die eine SRT gleichzeitig (≤30T) mit jeglicher Art von TT oder IT erhielten, wurden in diese internationale multizentrische prospektive Registerdatenbank (TOaSTT) aufgenommen. Die Patienten erhielten eine SRT von Hirnmetastasen (BM) oder extrakraniellen Läsionen. Die behandlungsbedingte Toxizität wurde anhand der CTCAE v4.03-Kriterien gemessen. Der primäre Endpunkt dieser Studie war schwere akute (≤3 Monate) und späte (>3 Monate) Toxizität innerhalb eines Jahres nach SRT.

Ergebnis

Zwischen Juli 2017 und August 2019 wurden 1031 SRTs bei 479 Patienten aus 27 Zentren durchgeführt. Die häufigsten Histologien waren Melanom (36%), NSCLC (37%), RCC (8%) und Brustkrebs (6%). Das mediane Alter lag bei 62 (Range 26-88) Jahren, der ECOG-PS war bei 92% der Patienten 0-1. Die mediane verschriebene Dosis betrug 20 Gy in 1 Fraktion für BM und 30Gy in 5 Fraktionen für extrakranielle Läsionen. Im Median wurden 1 (Range 1-15) Läsionen gleichzeitig behandelt. Die SRT wurde kombiniert mit ICI (51%), TT (40%) oder Antikörpertherapie (9%). TT/IT wurde in 69% vor der SRT begonnen, mit einem Median von 112 Tagen (Range 1-2751 Tagen), 31% der Patienten begannen TT/IT gleichzeitig oder direkt nach der SRT. TT wurde während der SRT bei 15 % der Patienten unterbrochen, mit einer medianen Unterbrechung von 6 (Range 1-56) Tagen. Akute und späte SRT-bedingte Toxizität jeglichen Grades trat bei 50% bzw. 44% der Patienten auf. Schwere akute Toxizität trat bei 6,6% der BM-SRT-Patienten auf, darunter n=3 G5-Toxizitäten. Nach extrakranieller SRT wurde bei 4,3 % der Patienten eine schwere akute Toxizität beobachtet, wobei kein G5 beobachtet wurde. Schwere Spättoxizität wurde bei 8,2 % der BM-SRT-Patienten und 3,4 % der extrakraniellen SRT-Patienten beobachtet. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der schweren Toxizität, ob TT/IT unterbrochen wurde oder nicht (p=0,373 akute Toxizität, p=0,216 für späte Toxizität).

Schlussfolgerung

Diese Real-World-Datenbank ist die erste, die prospektiv über das Toxizitätsrisiko einer kombinierten SRT und Targeted Therapy oder Immuntherapie bei Patienten mit metastasiertem Karzinom berichtet. Insgesamt wurde bei <10% der Patienten, die an Hirn- und extrakraniellen Metastasen mittels SRT behandelt wurden, eine schwere Toxizität beobachtet. Es gab keine erhöhte Toxizität, wenn die TT/IT während der SRT weitergeführt wurde.

Stichwörter: Stereotaxie, Immuntherapie, Targeted Therapy, Kombination