DEGRO 2021
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*.ics

Lungenkarzinom

Moderatoren: Prof. Dr. Stefan Rieken (Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen); David Utz (Uniklinik Tübingen, Tübingen)
 
Shortcut: VS01
Datum: Donnerstag, 24. Juni 2021, 9:15 - 10:15
Raum: WebKonferenz 1
Sessiontyp: Vortrag

Abstract

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9:15 VS01-1-jD

Die prognostische Bedeutung dynamischer Veränderungen proinflammatorischer Zytokine während und nach multimodaler Behandlung von Patienten in Stadium III NSCLC (#320)

Dr. L. Käsmann1, 2, N. C. Cabeza-Boeddinghaus3, J. Taugner1, Dr. C. Eze1, Dr. T. Hofer4, C. Pelikan4, Priv.-Doz. A. Tufman5, N. Reinmuth6, E. Noessner4, C. Staab-Weijnitz3, Prof. C. Belka1, 2, Priv.-Doz. F. Manapov1, 2

1 Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, München, Bayern
2 Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung(DKTK), Partner Standort München, München, Bayern
3 Helmholtz Zentrum München, Institute of Lung Biology and Disease / Comprehensive Pneumology Center, München
4 Helmholtz Zentrum München, Immunoanalytics - TCI, München, Bayern
5 Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Klinik und Poliklinik V – Pneumologie, München
6 Asklepios Gauting, Klinik für Pneumologie, Thoraxchirurgie, Intensiv-, Schlaf- und Beatmungsmedizin, München Gauting

Fragestellung

Bei proinflammatorischen Zytokinen, die während einer anti-tumoralen Immunantwort von Immunzellen freigesetzt werden, sind eine inhibierende wie auch promovierende Wirkung auf das Tumorzellwachstum bekannt. Die prognostische Bedeutung dynamischer Veränderungen inflammatorischer Zytokine während der Behandlung von Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III (Radiochemotherapie ± Immuntherapie) behandelt wurden, ist unklar. In dieser prospektiven Analyse wurden proinflammatorische Zytokine aus Blutproben, die 5 – 10 Tage vor Behandlungsbeginn (A1), am letzten Tag der thorakalen Radiotherapie (TRT) (RTend), und 3 Wochen nach der TRT (C.1) analysiert.

Methodik

Zwanzig Patienten (85% männlich) mit einem medianen Alter von 65.5 (33-77) Jahre wurden prospektiv in diese Studie aufgenommen. Achtzehn (90%) Patienten erhielten eine platinbasierte simultane Radiochemotherapie (cCRT); sieben (35%) Patienten erhielten zusätzlich eine simultane und/oder sequenzielle Checkpoint-Inhibition (vier Patienten Nivolumab und drei Durvalumab); Patienten, die mit Nivolumab behandelt wurden, erhielten Induktionschemotherapie. Alle Patienten erhielten thorakale Strahlentherapie mit einer EQD2 von 64 Gy (Dosisspanne: 52 – 65 Gy).

Ergebnis

Das mediane Follow-up betrug 25 (14 – 30) Monate. Das mediane Gesamtüberleben wurde nicht erreicht und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 11.8 (95% CI 5.2 – 18.4) Monate. Zur Dichotomisierung der Werte wurde jeweils der Median aller Patienten verwendet. Patienten mit Interleukin 6 (IL6)-Spiegel oberhalb des Medians zum Zeitpunkt A1 hatten ein kürzeres Gesamtüberleben (Median 11 Monate vs. nicht erreicht; p<0.001) sowie kürzeres PFS (Median 7.0 Monate vs. nicht erreicht; p=0.041). Höhere IL8-Spiegel am Zeitpunkt bei A1 hatten ein signifikant kürzeres Gesamtüberleben (Median 16 Monate vs. nicht erreicht; p=0.009) und PFS (Median 7 Monate vs. nicht erreicht; p=0.040).

Bei der Betrachtung dynamischer Veränderungen von Zytokinen während der Behandlung, war eine Abnahme des IL8-Spiegel von ≥ 10% zwischen A1 und RTend mit einem signifikant kürzeren PFS assoziiert (11.8 Monate vs. nicht erreicht; p=0.028).

Schlussfolgerung

Patienten mit initial hohen IL6 und IL8-Spiegeln und Patienten mit einem IL8-Abfall von ≥ 10% während einer multimodalen Therapie zeigen eine schlechtere Prognose. Die Erfassung von dynamischen Veränderungen von inflammatorischen Zytokinen kann zur Therapieindividualisierung beitragen.

Stichwörter: NSCLC, Prognosefaktoren, Zytokine
9:23 VS01-2

Klinische Plattform zur Erforschung molekularer Testung, Behandlung und Krankheitsverlauf von Patienten mit Lungenkrebs (CRISP): Erste Real-World Evidence zu NSCLC Stadium II und III in Deutschland - AIO-TRK-0315 (#175)

Prof. M. Stuschke1, B. Passlick2, A. Gröschel3, P. Christopoulos4, M. Reck5, C. Grah6, A. Groth7, A. Hipper7, M. Chiabudini8, A. Fleitz8, M. Jänicke8, L. Spring8, D. C. Christoph9, C. Bernhardt10, M. Reiser11, M. - O. Zahn12, M. Sebastian13, F. Griesinger14, M. Thomas4, Priv.-Doz. W. E. Eberhardt15

1 Universitätsklinikum Essen, Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Essen
2 Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Thoraxchirurgie, Freiburg i.Br.
3 Clemenshospital, Klinik für Innere Med. II - Pneumologie, Münster
4 Universitätsklinikum Heidelberg, Thoraxklinik, Heidelberg
5 LungenClinic Grosshandorf, Onkologie, Großhandorf
6 Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH, Klinik für Anthroposophische Medizin, Berlin
7 AIO-Studien-gGmbH, Berlin
8 iOMEDICO, Freiburg i.Br.
9 MVZ für Hämato-/Onkologie gGmbH, Essen
10 Gemeinschaftspraxis für Hämatologie und Onkologie, Dortmund
11 PIOH - Praxis Internistische Onkologie und Hämatologie, Köln
12 Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft, MVZ Onkologische Kooperation Harz GbR, Goslar
13 Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 2 Hämatologie/Onkologie, Frankfurt a.M.
14 Pius-Hospital Klinik für Hämatologie und Onkologie, Oldenburg
15 Ruhrlandklinik Westdeutsches Lungenzentrum, Essen

Fragestellung

CRISP ist ein nicht-interventionelles, prospektives, multizentrisches klinisches Register mit dem Ziel, die Behandlungsrealität von Patienten mit Lungenkarzinom in Deutschland abzubilden. Im Folgenden zeigen wir erste Daten von Patienten mit der Diagnose NSCLC in den Stadien II oder III (IIIB/IIIC mit kurativer Therapieintention).

Methodik

Von August 2018 bis Februar 2020 wurden über 800 Patienten mit NSCLC im Stadium II/III von ca. 100 teilnehmenden Zentren in Deutschland rekrutiert. Demographische Basisdaten, Angaben zur Behandlungsrealität und Outcomedaten werden erhoben. Im Folgenden werden erste Daten von 715 Patienten, die bis zum 30. Juni 2020 beobachtet wurden, präsentiert.

Ergebnis

4% der Patienten wurden im Stadium IIA diagnostiziert, 21% im Stadium IIB, 33% im Stadium IIIA und 34% im Stadium IIIB/C.

Das mediane Erkrankungsalter liegt bei 65 Jahren (38% Frauen, 62% Männer), 47% der Patienten haben bei der Diagnose einen sehr guten Allgemeinzustand (ECOG = 0). Für 80% der Patienten ist bei Einschluss mindestens eine Begleiterkrankung dokumentiert; 47% haben einen Charlson-Komorbiditätsindex von 0.

95% der Patienten wurden einem Tumorboard vorgestellt. Für die meisten Patienten im Stadium II (84%, n=153) wurde eine Operation (OP) gefolgt von adjuvanter Chemotherapie (CTx, derzeit 66%, n=123) dokumentiert. Bei Tumoren im Stadium IIIA war die häufigste Behandlungssequenz ebenfalls eine OP (56%, n=134), gefolgt von adjuvanter CTx (derzeit 37%, n=89). 24% (n=57) der Patienten mit Stadium IIIA erhielten Radiochemotherapie (RTCTx). Bei Patienten mit Stadium IIIB/C war die häufigste Behandlung RTCTx (n=101, 41%); 35% (n=85) begannen mit einer alleinigen CTx und 20% (n=50) wurden operiert (meist gefolgt von einer CTx, n=35, 14%).

Bislang wurden 324 von 715 Patienten mit einer Strahlentherapie (RT) behandelt, die Behandlungsdaten zur Strahlentherapie von 92 Patienten unter Therapie stehen noch aus. 201 der 324 Patienten erhielten eine RTCTx. In Übereinstimmung mit den Leitlinien erhielten die meisten Patienten in CRISP eine simultane RTCTx (42%, n=85; mediane Dauer der RT 47,0 Tage). 32% (n=65) erhielten eine Induktionschemotherapie gefolgt von simultaner RTCTx (mediane Dauer der RT 46,0 Tage), und 13% (n=27) eine sequenzielle RTCTx (mediane Dauer der RT 50,0 Tage). Etwa 75% der Patienten mit RTCTx und einer Indikation für eine Konsolidierungstherapie (mit PD-L1 Inhibition) erhielten diese im Anschluss an die RTCTx.

159 Patienten erhielten eine definitive RTCTx mit einer medianen Gesamtdosis von 64,4 Gy. Bei Patienten mit RTCTx, auf die eine OP folgte, betrug die mediane Gesamtdosis 54,0 Gy.

Schlussfolgerung

CRISP präsentiert umfassende aktuelle Real-Life-Daten von Patienten mit NSCLC im Stadium II oder III, die alle Behandlungssettings in Deutschland abdecken. Im Verlauf des Registers werden weitere Analysen zu Therapiedetails und dem Krankheitsverlauf dieser Patienten möglich.

Stichwörter: early NSCLC, Real-world data, treatment data
9:31 VS01-3

Frühzeitige Bewertung der Sicherheit von Durvalumab nach sCRT bei Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III (PACIFIC-6) (#34)

Dr. H. Bischoff1, M. C. Garassino2, A. Delmonte3, R. Bernabe4, I. Diaz Rerez5, J. Mazieres6, W. Sawyer7, N. Trunova8, C. Faivre-Finn10, M. Reck9

1 Thoraxklinik Heidelberg, Heidelberg
2 Fondazione IRCCS Istituto Nazionale dei Tumori, Mailand
3 Institut Universitaire du Cancer de Toulouse, Toulouse
4 Istituto Scientifico Romagnolo per lo Studio e la Cura dei Tumori (IRST) IRCCS, Meldola
5 Hospital Universitario Virgen del Rocio, Sevilla
6 AstraZeneca, Gaithersburg
7 AstraZeneca, Cambridge
8 AstraZeneca, Gaithersburg
9 The University of Manchester and The Christie NHS Foundation Trust, Manchester
10 Lung Clinic Grosshansdorf, Airway Research Center North, German Center for Lung Research, Großhansdorf

Fragestellung

In der PACIFIC-Studie verbesserte Durvalumab nach gleichzeitiger Radiochemotherapie (cCRT) signifikant das Überleben bei Pat. mit inoperablem NSCLC im Stadium III mit managebarer Sicherheit. Da für viele Pat. mit inoperablem NSCLC im Stadium III eine cCRT nicht in Frage kommt, wird in der PACIFIC-6-Studie (NCT03693300) Durvalumab nach sequentieller CRT (sCRT) untersucht.

Methodik

Bis zu 120 Pat. mit ECOG PS ≤2 und ohne Progression nach sCRT erhalten Durvalumab 1500 mg iv q4w ≤24 Monate oder bis zur Progression. Der primäre EP ist die Bewertung der Sicherheit/Verträglichkeit, definiert durch Gr 3/4 behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse (AE), die innerhalb von 6 Monaten auftreten. Eine präspezifizierte frühzeitige Beurteilung erfolgte, nachdem ≥ 50 Pat. in einer PS 0/1-Kohorte Durvalumab ≥ 6 Monate erhalten hatten.

Ergebnis

Bis zum 24. August 2020 hatten 50 Pat. mit ECOG PS 0/1 (46%/54%) im Durchschnitt 24,0 Wochen lang Durvalumab erhalten. Das Durchschnittsalter betrug 67,0 Jahre; 64% waren männlich; 64% hatten eine Adenokarzinom-Histologie; 38% / 52% / 10% hatten eine Erkrankung im Stadium IIIA / B / C; und 48% / 52% hatten PD-L1 ≥ / <1%. Viele Pat. hatten frühere / gegenwärtige Erkrankungen, einschließlich Gefäßerkrankungen (62%), Stoffwechselstörungen (54%) und Atemwegserkrankungen (50%). Die Pat. hatten einen Median von 4 CT-Zyklen erhalten, wobei 68% eine RT-Gesamtdosis von ≥ 54 bis ≤ 60 Gy und 32%> 60 bis ≤ 66 Gy erhielten. Bei den meisten Pat. (84%) überlappten sich CT und RT nicht. Die beste Antwort (RECIST 1.1) umfasste PR (74%) und SD (18%). Insgesamt hatten 88% AEs und 12% Gr 3/4 AEs; 70% hatten möglicherweise behandlungsbedingte AEs (possibly related AEs; PRAEs) und 4% hatten Gr 3/4 PRAEs (einschließlich 2% mit der Gr 3/4 PRAE-Pneumonitis). 22% hatten SAEs (10% PRSAEs) und 2 Pat. hatten tödliche AEs (1 Punkt tödliche PRAE). 72% hatten AEs of special interest, einschließlich Pneumonitis (32%) und Dermatitis / Hautausschlag (28%). 9/25 Pat., die abbrachen, taten dies aufgrund von AEs, am häufigsten wegen Pneumonitis (n = 8).

Schlussfolgerung

Basierend auf der frühen Bewertung scheint Durvalumab nach sCRT ein ähnliches Sicherheitsprofil zu haben wie Durvalumab nach cCRT. Die vollständigen Ergebnisse für die Primäranalyse der Sicherheit werden in naher Zukunft erwartet.

9:39 VS01-4-jD

Prädiktion des Gesamtüberlebens von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom anhand von prätherapeutischen CT-Bildern (#530)

A. Schicht1, PhD/MD P. Mukherjee2, PhD/MD M. Zhou2, PhD/MD E. Lee2, Prof. V. Budach1, PhD/MD O. Gevaert2, Dr. A. H. Thieme1, 2

1 Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, Berlin
2 Stanford Univeristy, Department of Medicine, Stanford Center for Biomedical Informatics, Stanford

Fragestellung

Die Prognose von Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) ist trotz der Entwicklung neuer wirksamer Therapieverfahren limitiert. Eine Einschätzung der Prognose stützt sich meist auf die TNM-Klassifikation und deren Stadieneinteilung. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Methoden des Deep Learnings (DL) kann eine prätherapeutische CT-Bildgebung maschinell analysiert werden. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob eine Vorhersage des OS mittels eines DL Netzwerkes namens LungNet möglich ist und ob sich die Ergebnisse multiinstitutionell reproduzieren lassen. Des weiteren wurde ein Vergleich von LungNet mit Modellen vorgenommen, die auf rein klinischen sowie Radiomics Parametern basieren.

Methodik

Bei LungNet handelte es sich um ein shallow convolutional neural network zur Analyse der prätherapeutischen CT-Bildgebung von Patienten mit NSCLC. Es wurden folgende vier unabhängige Kohorten von Patienten (n=625) mit NSCLC evaluiert und validiert: Stanford Medicine (Kohorte 1, n = 129), H. Lee Moffitt Cancer Center and Research Institute (Kohorte 2, n = 185), MAASTRO Clinic (Kohorte 3, n = 311) und Charité – Universitätsmedizin, Berlin (Kohorte 4, n = 84). Patienten in den Kohorten 1,2 und 3 erhielten eine chirurgische Behandlung und Kohorte 4 wurden mit einer neoadjuvanten (n=12) oder definitiven (n=72) Radiochemotherapie behandelt. Für die Kohorten 1,2,3 wurde das Tumorvolumen nachträglich konturiert und für Patienten der Kohorte 4 das Planungs-CT vor Radiotherapie mit der GTV Kontur verwendet. Das Training erfolgte in den Kohorten 1,2 und 3 und eine unabhängige Validierung wurde für Kohorte 4 vorgenommen. Das Training von LungNet erfolgte auf der CT-Bildgebung und Tumorkontur jeweils mit und ohne klinische Parameter (Alter, Geschlecht, Histologie, Stadium). Die Ergebnisse von LungNet wurden mit einem rein klinischen Modell (KM) und einem Radiomics Modell (RM) mit 2131 Featuren verglichen. Eine Übereinstimmung des prädizierten und tatsächlichen OS wurden mit dem Concordance Index (CI) ermittelt. Kaplan-Meier Methoden wurden benutzt, um das OS anhand des von LungNet prädizierten Risk Scores zu vergleichen.

Ergebnis

Die Kohorten wiesen eine Heterogenität hinsichtlich des Tumorstadiums und der Histopathologie auf. LungNet war prädiktiv für das OS in allen vier Kohorten mit einem CI von 0.62, 0.62, 0.62 und 0.58 in den Kohorten 1,2,3 und 4. Das KM erreichte einen CI von 0.69, 0.58 und 0.55 und das RM einen CI von 0.52, 0.53 und 0.55 in den Kohorten 1,2 und 3. LungNet konnte die Patienten in Low- und High-Risk Gruppen stratifizieren (two sided log-Rank P = 0.003, P < 0.001, P < 0,001, P = 0.05 für die Kohorten 1,2,3 und 4).

Schlussfolgerung

LungNet stratifizierte das OS von Patienten mit NSCLC in vier unabhängigen Kohorten mit therapeutischer und demographischer Heterogenität. LungNet kann auf Basis der prätherapeutischen CT von Patienten mit NSCLC nicht-invasiv zur Vorhersage des OS und der Stratifikation in Low and High-Risk Gruppen verwendet werden.

Stichwörter: NSCLC, Deep Learning, Prognose
9:47 VS01-5

Die Rolle der Fraktionierung und Verschreibungsmethode auf das Therapieansprechen bei der stereotaktischen Strahlentherapie des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms. Eine gepoolte Analyse von 2 prospektiven Studien (#440)

Priv.-Doz. E. Gkika1, Dr. S. Adebahr1, T. Schimek-Jasch1, G. Radicioni1, Dr. J. Exner1, Dr. E. Haehl1, Dr. S. K. B. Spohn1, A. Rühle1, Priv.-Doz. T. Sprave1, Dr. R. Wiehle2, Priv.-Doz. C. Zamboglou1, Prof. N. H. Nicolay1, Prof. D. Baltas2, U. Nestle1, 3, Prof. A. - L. Grosu1

1 Uniklinik Freiburg, Klinik für Strahlenheilkunde, Freiburg
2 Uniklinik Freiburg, Klinik für Strahlenheilkunde, Abteilung Medizinische Physik, Freiburg
3 Kliniken Maria Hilf, Klinik für Strahlenheilkunde, Mönchengladbach

Fragestellung

Ziel der Analyse war die Rolle von verschiedenen Fraktionierungs- und Verschreibungsmethoden auf das Therapieansprechen bei der stereotaktischen Strahlentherapie des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) zu evaluieren.

Methodik

Patienten mit NSCLC die mittels SBRT in zwei konsekutiven prospektiven Studien behandelt wurden (02/2011-09/2020) sind in dieser Analyse eingeschlossen. Alle Patienten sind anhand von einem 4D PET/CT oder 4D CT geplant, mit unterschiedlichen Fraktionierungsschemata (3,5, 8 und 12 Fraktionen) und Verschreibungsmetoden: Dmean (Methode A), 60% Isodose (Methode B) oder Analog der Lungtech Studie (V100%≥95% und V90%≥99%, GTV max 110-120%, Methode C). Die Patienten wurden nachgesorgt 2 und 7 Wochen nach der SBRT und danach alle 3 Monate. Die lokale Kontrolle (LC) und das Gesamtüberleben (OS) sowie prädefinierte Parameter wie die Fraktionierung, die Verschreibungsmethode und Dosis, die biologisch-effektive Dosis (BED10 ), die BED minimum (BED10,Dmin), die BED maximum(BED10,Dmax) die mediane BED (BED10,Dmedian) wurden evaluiert.

Ergebnis

Insgesamt wurden 107 Patienten (männlich: 60, weiblich: 47) mit einem medianen Alter von 74 Jahren analysiert. 42 Patienten hatten einen zentralen Tumor und bei 65 lag der Tumor peripher.  Das mediane Planungszielvolumen (PTV) war 35 ml in beiden Studien. Insgesamt wurden 56% der Patienten in 3 Fraktionen behandelt, 22% in 5 Fraktionen, 21% in 8 Fraktionen und 2 Patienten mit  ultra-zentralen Tumoren wurden mit 12 Fraktionen behandelt. Die mediane BED10  betrug 84 Gy. Die Verschreibung erfolgte in 21% der Fälle nach der Methode A, in 51% nach der Methode B und in 31% nach der Methode C.  Die mediane BED10,Dmin war  80 Gy, die mediane BED10,Dmax war186 Gy und die mediane BED10,Dmedian  betrug 129 Gy.  Das mediane OS lag bei 33 Monaten (97% CI 27-39) und die LC lag nach 2 Jahren bei 91.4%. Keine der untersuchten Parameter wie die BED10 , die Verschreibungsmethode, die BED10,Dmin, die BED10,Dmax  oder  BED10,Dmedian korrelierten mit der lokalen Kontrolle oder mit dem Überleben.

Schlussfolgerung

Sowohl das Gesamtüberleben als auch die lokale Kontrolle waren hoch in beiden Studien unabhängig von der Verschreibungsmethode. Keine der untersuchten Parameter korrelierte mit einem besseren Überleben oder einer besseren lokalen Kontrolle, bei einer suffizienten D2%, D98% und Dmedian.

Stichwörter: NSCLC, SBRT