EbM 2021
Um nach einer bestimmten ID zu suchen, geben Sie bitte eine Raute gefolgt von der ID ein (z.B. #123).

Workshop: Evidenzbasierte Entscheidungsfindung in der Pflege unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie: Anforderungen an Praxis und Wissenschaft

   
Shortcut: WS-2
Datum: Donnerstag, 25. Februar 2021, 13:00 - 14:30
Raum: Session
Sessiontyp: Workshop

Kurzbeschreibung

Die Bewältigung der COVID-19-Pandemie stellt vielseitige und bisher im fachwissenschaftlichen Diskurs kaum thematisierte Anforderungen an den Pflegeberuf. Hierzu zählt unter anderem die Notwendigkeit, kurzfristig und unter hohem Handlungsdruck Entscheidungen mit hoher Relevanz für vulnerable Personengruppen zu treffen, insbesondere in der Ausbalancierung unterschiedlicher gesundheitsbezogener Güter, wie z. B. Infektionsschutz und sozialer Teilhabe, auf individueller und auf Gruppenebene. Es stellt sich die Frage, ob und wie evidenzbasiertes Entscheiden in der Pflege unter solchen Bedingungen gelingen kann.

Ziel dieses Workshops ist es, auf der Basis empirischer Befunde zur Entscheidungsfindung in der pflegerischen Praxis in den ersten Phasen der Covid-19-Pandemie kritisch das Potenzial und die Anwendbarkeit der Prinzipien einer evidenzbasierten Praxis zu reflektieren und Implikationen für die Forschung, Bildung und Praxisentwicklung in der Pflege abzuleiten.

Es ist ein Workshop im „World Café“-Format geplant. Als Diskussionsgrundlage werden zu Beginn in Kurzbeiträgen zentrale Ergebnisse folgender Forschungsprojekte vorgestellt:

  • „Rationierung und Priorisierung pflegerischer Tätigkeiten im akutstationären Setting in Zeiten der COVID-19-Pandemie (RaPiD Care)“ – eine multizentrische qualitative Studie
  • „Arbeitsanforderungen von Pflegepersonen im Pflegeheim während der COVID19-Pandemie in Österreich“ – eine qualitative Studie
  • „Pflegeheime in der COVID19 Pandemie (HEICO)" – eine multizentrische qualitative Studie
  • "Häusliche Pflege während der COVID-19-Pandemie“ – eine qualitative Studie

Abstract

13:00 WS-2-01

Evidenzbasierte Entscheidungsfindung in der Pflege unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie: Anforderungen an Praxis und Wissenschaft (#161)

K. Balzer1, J. Sill1, D. Schoberer2, M. Messer3, S. Fleischer4

1 Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege, Lübeck, Deutschland
2 Medizinische Universität Graz, Institut für Pflegewissenschaft, Graz, Österreich
3 APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft, Sektion „Externe Lehrende“, Bremen, Deutschland
4 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle (Saale), Deutschland

Beschreibung

Die Bewältigung der COVID-19-Pandemie stellt vielseitige und bisher im fachwissenschaftlichen Diskurs kaum thematisierte Anforderungen an den Pflegeberuf. Hierzu zählt unter anderem die Notwendigkeit, kurzfristig und unter hohem Handlungsdruck Entscheidungen mit hoher Relevanz für vulnerable Personengruppen zu treffen, insbesondere in der Ausbalancierung unterschiedlicher gesundheitsbezogener Güter, wie z. B. Infektionsschutz und sozialer Teilhabe, auf individueller und auf Gruppenebene [1]. Orientierende wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen bisher weitgehend [2]. Es stellt sich somit die Frage, ob und wie evidenzbasiertes Entscheiden in der Pflege unter solchen Bedingungen gelingen kann und welche Aufträge sich hieraus für die Pflegepraxis und Pflegewissenschaft ergeben.

Ziel dieses Workshops ist es, auf der Basis empirischer Befunde zur Entscheidungsfindung in der pflegerischen Praxis in den ersten Phasen der Covid-19-Pandemie kritisch das Potenzial und die Anwendbarkeit der Prinzipien einer evidenzbasierten Praxis zu reflektieren und Implikationen für die Forschung, Bildung und Praxisentwicklung in der Pflege abzuleiten.

Geplante Methoden

Es ist ein Workshop im „World Café“-Format geplant. Als Diskussionsgrundlage werden zu Beginn in 7minütigen Kurzbeiträgen zentrale Ergebnisse folgender Forschungsprojekte vorgestellt:

  • „Rationierung und Priorisierung pflegerischer Tätigkeiten im akutstationären Setting in Zeiten der COVID-19-Pandemie (RaPiD Care)“
  •  „Arbeitsanforderungen von Pflegepersonen im Pflegeheim während der COVID19-Pandemie in Österreich“ – eine qualitative Studie
  • „Pflegeheime in der COVID19 Pandemie (HEICO)" – eine multizentrische qualitative Studie
  • "Häusliche Pflege während der COVID-19-Pandemie“ – eine qualitative Studie
Anschließend werden an drei Themenständen (Flipcharts) in moderierten Kleingruppen à 5 bis 7 Teilnehmenden Thesen diskutiert, die vorab aus den Kurzbeiträgen abgeleitet wurden. Jede Kleingruppe besucht nacheinander für jeweils 10 Minuten die Themenstände (insgesamt 30–40 min). Die Zwischenergebnisse werden gesichert und die zusammengefassten Ergebnisse und Implikationen für die Forschung und Praxis abschließend im Plenum diskutiert.

Literaturangaben

[1] Spilsbury K, Devi R, Griffiths A, Akrill C, Astle A, Goodman C, Gordon A, Hanratty B, Hodkinson P, Marshall F, Meyer J, Thompson C. Seeking Answers for Care Homes during the COVID-19 pandemic (COVID SEARCH). Age Ageing. 2020 Sep 15:afaa201. doi: 10.1093/ageing/afaa201.

[2] Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e. V. (DGP). S1 Leitlinie. Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID.19-Pandemie. Langfassung. AWM-Registernr.: 184001. Stand 10.08.2020, https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/184-001.html [15.10.2020].

Interessenkonflikte

Die Autorinnen und Autoren haben keine finanziellen oder anderen Interessenkonflikte bezogen auf das Thema dieses eingereichten Kongressbeitrags.

Stichwörter: Evidenzbasierte Praxis, COVID-19, Pandemie, Pflege, Entscheidungsfindung