EbM 2021
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Postersession 7: Evidenzbasierung der Gesundheitsversorgung I

Moderatoren: Balzer, Katrin, Professor (Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege, Lübeck)
 
Shortcut: PS-7
Datum: Donnerstag, 25. Februar 2021, 16:15 - 17:45
Raum: Session
Sessiontyp: Poster

Abstract

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PS-7-01

Entwicklung eines Einarbeitungsleitfadens für Physiotherapie auf der Intensivstation (#5)

A. Andree-Dieker2, M. Emmerich2, V. Kreysch2, J. Klitzsch2, A. - C. Sieg2, J. Bräunig1

1 Universitätsklinikum Münster, Zentrale Einrichtungen Physiotherapie, Ergotherapie & Logopädie, Münster, Deutschland
2 Fachhochschule Münster, FB Gesundheit, Münster, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Mit den zunehmenden physiotherapeutischen Herausforderungen in der Frührehabilitation im Klinikalltag nimmt auch die strukturierte Arbeit auf einer Intensivstation eine zentrale Position ein. Prämisse für eine zielorientierte Förderung der intensivpflichtigen Patienten stellt eine fundierte Einarbeitung in diesem sensiblen Bereich dar. Bis heute fehlen im deutschsprachigen Raum professionelle Leitfäden für die Einarbeitung von PhysiotherapeutInnen auf Intensivstation.

Methoden

Es wurde eine Literaturrecherche zum Thema standardisierte Einarbeitung auf Intensivstation vorgenommen. Eine Begehung und Einführung in das Arbeitsfeld sowie Gespräche über die Arbeitssituation von PhysiotherapeutInnen auf Intensivstationen wurde durchgeführt. Es erfolgte die Erarbeitung von Zusammenhängen für den Einarbeitungsleitfaden mittels Literatursichtung und -recherche zur Festlegung der Inhalte eines strukurierten Einarbeitungsleitfadens, der MentorInnen bei einer umfassenden fachlichen wie sozialen Einarbeitung von PhysiotherapeutInnen und auf Intensivstationen Unterstützung geben soll.

Ergebnisse

Der Einarbeitungsleitfaden wurde in Form von Checklisten für jedes von drei aufeinanderfolgenden Einarbeitungsleveln erstellt, an deren Ende jeweils ein Reflexionsgespräch durchgeführt wird, um den Kompetenzerwerb zu überprüfen. Zusätzlich wird ein Katalog über die auf der Intensivstation verwendeten Geräte ausgehändigt. Das erste Einarbeitungslevel focussiert die Einarbeitung in organisatorische Abläufe zugunsten des rechtlichen und fachlichen Bereichs Im zweiten Einarbeitungslevel überwiegt der Anteil der fachlichen Einweisung zugunsten der organisatorischen und rechtlichen Einweisung. Im dritten Einarbeitungslevel werden organisatorische, rechtliche und fachliche Einweisungen abgeschlossen.

Schlussfolgerung

Eine standardisierte Einarbeitung gewährleistet Sicherheit im Umgang mit den Herausforderungen der Frührehabilitation auf Intensivstationen und die Ausbildung von Selbstbewusstsein in einem schwierigen Arbeitsbereich, vor allem für noch unerfahrene Mitarbeitende der Physiotherapie.

Literaturangaben

Klemme, B. & Siegmann, G. & (2015): Clinical reasoning: therapeutische Denkprozesse. (2. Auflage). Stuttgart: Thieme.

Interessenkonflikte

Es bestehen keine Interessenkonflikte.

PS-7-02

Informationsflyer zu chronischen Schmerzen in der Physiotherapie: Ein Beitrag zur patient*innenzentrierten evidenzbasierten Gesundheitsversorgung (#10)

P. Thies1, 2, K. K. De Santis1, W. Scharff Rethfeldt1

1 Hochschule Bremen, Fakultät 3 Gesellschaftswissenschaften, Bremen, Bremen, Deutschland
2 Reha Weyhe GbR, Reha Stader Straße, Bremen, Bremen, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Edukation in der Physiotherapie dient als Element des Shared-Decision-Makings (SDM), welches die Passung von Lebenswelt von Patient*innen, der (chronischer) Krankheit und therapeutischer Optionen fördert. Um das SDM nachhaltig zu unterstützen, bedarf es leicht verständlicher Informationen für Patient*innen. Ziel der Studie ist die Einführung und Evaluation eines eigenkonzipierten Informationsflyers für Patient*innen mit chronischen Schmerzen.

Methoden

Die Studie entspricht den allgemeinen ethischen Richtlinien nach der Deklaration von Helsinki. Im Rahmen dieser Pilotquerschnittsstudie wurde von Studierenden des Bachelor-Studiengangs Angewandte Therapiewissenschaften Logopädie und Physiotherapie (ATW) der Hochschule Bremen ein Informationsflyer zu chronischen Schmerzen entwickelt. Der Flyer wurde in fünf ambulanten Praxen für Physiotherapie in Bremen verteilt und durch eine Gelegenheitsstichprobe von erwachsenen Patient*innen (n=32, 48% weiblich, Mehrheit im Alter von 51-65 Jahren) anhand eines selbst entwickelten Paper-Pencil-Fragebogens evaluiert

Ergebnisse

Im Allgemeinen wurde der Flyer als Medium der Informationsvermittlung zu chronischen Schmerzen unabhängig von Alter oder Geschlecht als hilfreich bewertet. Aufgrund der zusätzlichen Informationen berichtete der Großteil der Patient*innen über ein verbessertes Verständnis aktiver Therapieziele (78%) sowie über ein vermehrtes Vertrauen in die physiotherapeutische Behandlung (69%). Zudem motivierten die Informationen zur aktiven körperbezogenen Arbeit (63%) und förderten ein erhöhtes Vertrauen in den eigenen Körper (61%). Die durch den Flyer gelieferten Informationen veränderten jedoch nur bei bis zu 50% der Patient*innen den alltagsbezogenen Umgang mit den eigenen Schmerzen.

Schlussfolgerung

Flyer mit leicht verständlichen Informationen können in der Physiotherapie einen Beitrag zur Einbindung von informierten Patient*innen im Rahmen des SDM leisten und zur patient*innenzentrierte evidenzbasierte Gesundheitsversorgung beitragen. Diese Pilotstudie bildet die Basis für weitere Auseinandersetzungen mit Formen der Informationsvermittlung sowie zur Erweiterung der Beratung oder Verhaltensinterventionen in physiotherapeutischen Kontexten. Die Form der Informationsvermittlung (print versus digitale Medien) sollte ebenfalls genauer untersucht werden.

Interessenkonflikte

Die Autor*innen berichten keine Interessenkonflikte

Stichwörter: Patientedukation, chronische Schmerz, patient*innenzentrierte evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Physiotherapie, Umfrage, ambulante Praxis
PS-7-03

Risikofaktoren für ein Delir und wirksame Interventionen zur Delirprävention in Zusammenhang mit einem Orts- und Raumwechsel bei älteren PatientInnen – Ergebnisse eines Evidence Summarys im Rahmen der Studie "TRAnsport und DElir bei älteren Menschen" (TRADE) (#29)

N. - E. Denninger1, S. Skudlik1, M. Carmine2, S. Brefka2, C. Leinert2, D. Dallmeier2, 3, M. Denkinger2, M. Müller4

1 Technische Hochschule Rosenheim, Zentrum für Forschung, Entwicklung und Transfer, Rosenheim, Deutschland
2 Agaplesion Bethesda Klinik Ulm, Geriatrische Forschung der Universität Ulm und Geriatrisches Zentrum, Ulm, Deutschland
3 Dept. of Epidemiology, Boston University School of Public Health, Boston, Vereinigte Staaten von Amerika
4 Technische Hochschule Rosenheim, Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften, Rosenheim, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Es ist ein deutlicher Anstieg der Delir-Prävalenz und -Inzidenz bei älteren Menschen im Akutkrankenhaus zu verzeichnen. Ein Delir ist u. a. mit längerem Krankenhausaufenthalt, erhöhtem Pflegebedarf und erhöhter Mortalität assoziiert. Bislang gibt es keine systematische Übersicht über Risikofaktoren für ein Delir oder Interventionen zur Delirprävention im Zusammenhang mit einem Orts- und Raumwechsel.

Ziel der Arbeit war es, Risikofaktoren für ein Delir und wirksame Interventionskomponenten zur Delirprävention in Zusammenhang mit einem Orts- und Raumwechsel für PatientInnen ab 65 Jahre im Rahmen der Studie „TRAnsport und DElir bei älteren Menschen“ (TRADE) zu identifizieren.

Methoden

Da die Anzahl an in Frage kommenden Studien bei der ersten Sichtung als gering eingeschätzt wurde, wurde das Format eines „Evidence Summarys“ gewählt. Dieses erlaubt den Einschluss verschiedener Studiendesigns und breiter Ein- und Ausschlusskriterien und damit eine systematische Zusammenfassung aller vorhandenen Studien.

Ergebnisse

Initial wurden n=8686 Treffer identifiziert. Nach Screening von Titel, Abstract und Volltext konnten insgesamt n=10 Studien eingeschlossen werden. Davon waren n=2 randomisierte Interventionsstudien (RCTs), n=5 nicht randomisierte Studien mit Vergleichsgruppen, n=1 Kohortenstudie und n=2 Fall-Kontroll-Studien. Zu den beschriebenen Risikofaktoren zählen die Anzahl an Zimmerwechseln, Veränderung der Umgebung, Abwesenheit von Orientierungsfaktoren und Durchführung nächtlicher Untersuchungen. Bei den RCTs wurden als wirksame Interventionskomponenten ein familienfokussiertes Programm (Einbezug Angehöriger, spezifische Informationen) und ein multiprofessionelles Konzept (Einbezug geriatrischer ÄrztInnen/Pflegepersonen/Angehöriger) identifiziert. In den anderen Studienarten waren es Schulungen von Klinikpersonal, Angehörigen und PatientInnen, Modifikation von Umweltfaktoren (z. B. Beleuchtung, Einbezug von Angehörigen u. a. durch vermehrte Besuche), poststationäre Betreuung (u. a. Besuche, wöchentliche Telefonate mit Pflegepersonen nach Entlassung) und schriftliche Delir-Informationen für Angehörige. Die Qualität der Evidenz ist moderat bis niedrig, sodass weitere Forschung zu dem Thema notwendig ist.

Schlussfolgerung

Trotz der geringen Anzahl an Studien wurden relevante Risikofaktoren und Interventionskomponenten zur Delirprävention bei Orts- und Raumwechsel gefunden, welche für die Entwicklung der Intervention innerhalb der TRADE-Studie berücksichtigt werden konnten.

Interessenkonflikte

Die AutorInnen erklären, dass es keine Interessenskonflikte gibt. Die Finanzierung der Studie, in der das Evidence Summary erstellt wurde, erfolgt durch den Gemeinsamen Bundesausschuss – Innovationsfonds. Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet nicht über die Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie.

Stichwörter: Delirprävention, Risikofaktoren, Interventionen, Orts- und Raumwechsel
PS-7-04

Prozessevaluation eines multimodalen Versorgungskonzeptes für Akne-inversa-Betroffene - Ergebnisse und Umsetzbarkeit komplexer Interventionen besser verstehen (#47)

I. Baudendistel1, J. Kroeber1, G. Langer1

1 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Im Rahmen einer multizentrischen randomisierten kontrollierten Studie (EsmAiL: https://www.esmail.eu/) wird ein multimodales Versorgungskonzept zur Verbesserung der Versorgung von Akne-inversa-Betroffenen etabliert und im Vergleich zur Standardversorgung evaluiert. Zentrale Bestandteile des Versorgungskonzeptes sind spezialisierte Akne-inversa-Zentren, interprofessionelle therapeutische Teams, ein leitlinienbasierter strukturierter Behandlungsalgorithmus, Patientenedukation zu Risikofaktoren, gezielte Wundversorgung und die Koordination der komplexen Versorgung. Das Zusammenwirken der Einzelkomponenten erfordert ein tieferes Verständnis für das Zustandekommen von Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der komplexen Intervention und macht eine Prozessbegleitende Evaluation unabdingbar [1, 2]. Im Rahmen der Prozessevaluation im Projekt EsmAiL wird zum einen untersucht, inwieweit der innovative Versorgungsansatz umsetzbar ist, welche Faktoren dabei unterstützend bzw. hinderlich wirken und welche Konsequenzen sich für die Implementierung im Versorgungsalltag ableiten lassen. Zum anderen ermöglicht das Vorgehen, Studienergebnisse im Kontext der Implementierung besser einschätzen zu können und Rückschlüsse auf die Bedeutung der einzelnen Interventionskomponenten zu ziehen.

Methoden

Die methodische Grundlage der geplanten Mixed-Methods-Studie zur Prozessevaluation bildet der Framework des Medical Research Council (MRC), eine Richtlinie zur Evaluation komplexer Interventionen [1]. Betrachtet wird dabei zum Beispiel die Art und Weise der Implementierung, Durchführungsqualität, Einstellungen der Beteiligten und äußere Einflüsse auf die Intervention. Zu verschiedenen Zeitpunkten im Interventionsverlauf werden leitfadenbasierte Telefoninterviews mit Betroffenen und professionellen Akteuren, Onlinebefragungen per Patient*innen-App, teilnehmende Beobachtungen sowie Dokumentenanalysen durchgeführt. Die Datenauswertung erfolgt deskriptiv bzw. unter Einsatz der qualitativen Inhaltsanalyse.

Vorläufige/erwartete Ergebnisse, Ausblick

Fördernde und hemmende Faktoren für die Umsetzbarkeit des neuen Versorgungskonzeptes sollen Aufschluss darüber geben, wie und warum die komplexe Intervention wirkt und wie sie optimiert werden kann. Die Erkenntnisse aus der Prozessevaluation und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen können zur Verstetigung und damit zur Überführung der neuen Versorgungsform in die Regelversorgung beitragen.

Literaturangaben

1.    Moore, G.F., et al., Process evaluation of complex interventions: Medical Research Council guidance. BMJ, 2015. 350: p. h1258.
2.    Pfadenhauer, L.M., et al., Making sense of complexity in context and implementation: the Context and Implementation of Complex Interventions (CICI) framework. Implement Sci, 2017. 12(1): p. 21.

Interessenkonflikte

keine

Stichwörter: Akne inversa, Prozessevaluation, RCT, komplexe Intervention
PS-7-05

Multidisziplinäre Prähabilitation zur Verbesserung postoperativer Outcomes gebrechlicher onkologischer Patienten, welche sich einer neoadjuvanten Therapie unterziehen: randomisiert-kontrollierte Pilotstudie (#56)

J. Friedrichs1, J. Kleeff1, P. Michl3, J. Klose1, D. Vordermark3, H. Schmidt2, C. Röder4, K. Regenspurger4, P. Jahn5, D. Medenwald6, U. Ronellenfitsch1

1 Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie, Halle (Saale), Deutschland
2 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle(Saale), Deutschland
3 Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin, Halle (Saale), Deutschland
4 Universitätsklinikum Halle (Saale), Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Halle (Saale), Deutschland
5 Universitätsklinikum Halle (Saale), klinische Versorgungsforschung, Halle (Saale), Deutschland
6 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Halle(Saale), Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Hintergrund: Die jährliche Inzidenz gastrointestinaler Karzinome in Deutschland beträgt 70/100.000 Einwohner. Die meisten Erkrankten unterziehen sich einer Operation mit kurativem Ansatz. Es ist davon auszugehen, dass ein relevanter Anteil der Patienten definitionsgemäß „frail“ („gebrechlich“) ist. In Abhängigkeit von der Art der Operation und den Patientencharakteristika besteht bei onkologisch-chirurgischen Eingriffen ein relevantes Risiko anhaltender postoperativer Einschränkungen und ein Mortalitätsrisiko von bis zu 10%. Diese Risiken sind bei gebrechlichen Patienten erhöht (Sandini 2017). Für verschiedene onkologische Operationen gibt es Evidenz, dass eine strukturiere multimodale Vorbereitung der Patienten auf den Eingriff und die postoperative Phase („Prähabilitation“) das Komplikationsrisiko senkt und postoperative Outcomes verbessert (Hughes 2019).

Fragestellung: Primäres Studienziel ist die Durchführbarkeit einer Prähabilitation bei gebrechlichen Patienten während einer neoadjuvanten Therapie zu zeigen.

Methoden

Methoden: In die Studie können Patienten eingeschlossen werden, die die Definition für „Frailty“ erfüllen und bei denen eine neoadjuvante Therapie vor kurativ intendierter Resektion eines gastrointestinalen Karzinoms geplant ist. Die Studienteilnehmer durchlaufen während der neoadjuvanten Therapie eine multidisziplinäre Prähabilitation mit ernährungsmedizinischen, physiotherapeutischen und psychoonkologischen Komponenten.

Das Vorhaben ist als randomisiert-kontrollierte Studie konzipiert. Primärer Endpunkt ist der Anteil der Patienten, die die Prähabilitation komplett durchlaufen. Er wird in der Interventionsgruppe mittels exact-single-stage Design ausgewertet. Die Durchführbarkeit aus Patientensicht wird mittels leitfadenstrukturierter Interviews erfasst. Die Kontrollgruppe dient dazu, die untersuchten Outcomes valide zu quantifizieren, was für folgende konfirmatorische Studien unverzichtbar ist.

Vorläufige/erwartete Ergebnisse, Ausblick

Ausblick: Sollte diese Pilotstudie die Durchführbarkeit der Prähabilitation bestätigen sowie Hinweise auf einen positiven Effekt auf die untersuchten postoperativen Outcomes erbringen, wird die Intervention in einer multizentrischen randomisiert-kontrollierten Folgestudie auf ihre Effektivität hin untersucht werden. Die Ergebnisse der Pilotstudie werden dann zur Wahl geeigneter Endpunkte sowie zur Fallzahlberechnung und ggf. Interventionsanpassung herangezogen.

Literaturangaben

Hughes, Michael J.; Hackney, Rosie J.; Lamb, Peter J.; Wigmore, Stephen J.; Christopher Deans, D. A.; Skipworth, Richard J. E. (2019): Prehabilitation Before Major Abdominal Surgery: A Systematic Review and Meta-analysis. In: World journal of surgery 43 (7), S. 1661–1668. DOI: 10.1007/s00268-019-04950-y.

Sandini, M.; Pinotti, E.; Persico, I.; Picone, D.; Bellelli, G.; Gianotti, L. (2017): Systematic review and meta‐analysis of frailty as a predictor of morbidity and mortality after major abdominal surgery. In: BJS Open 1 (5), S. 128–137. DOI: 10.1002/bjs5.22.

Interessenkonflikte

Die Autoren geben an, dass keine Interessenkonflikte vorliegen.

Stichwörter: Prähabilitation, neoadjuvante Therapie, Gebrechlichkeit, Frailty, postoperative Komplikationen
PS-7-06

Beeinflussen Behandlungsdauer und -häufigkeiten den Behandlungserfolg einer Physiotherapie beim Halswirbelsäulensyndrom? – ein HTA-Bericht (HT18-02) (#67)

M. Becker1, T. Rombey1, K. Strunk2, C. Dunger1, P. A. von Heese3, S. Bühn1, T. Mathes1, T. Tjardes4, M. Knelangen5, D. Pieper1

1 Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Köln, Deutschland
2 NOVOTERGUM Süd GmbH, Köln, Deutschland
3 Fernuniversität Hagen, Hagen, Deutschland
4 Kliniken der Stadt Köln, Köln, Deutschland
5 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Unter der Voraussetzung, dass Physiotherapie bei der Behandlung eines Halswirbelsäulen(HWS)-Syndroms effektiv ist, war es das Ziel, eine unterschiedliche Dauer, unterschiedliche Häufigkeiten oder Frequenzen (DHF) einer Physiotherapie zur Behandlung eines HWS-Syndroms in Bezug auf Effektivität und Kosteneffektivität sowie ethische, soziale, rechtliche und organisatorische Aspekte zu untersuchen. (Bericht veröffentlicht [1])

Methoden

Zur Untersuchung der Effektivität wurden systematische Recherchen in MEDLINE, Embase, CENTRAL und PEDro sowie in Studienregistern nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) durchgeführt (10/2018). Berücksichtigt wurden alle in Deutschland verordnungsfähigen physiotherapeutischen Interventionen. Die Bewertung des Verzerrungspotentials der Studien orientierte sich am Cochrane Risk of Bias Tool. Zur Untersuchung der Kosteneffektivität erfolgten fokussierte Recherchen in MEDLINE, Embase und der HTA Database (10/2018). Für die Aufarbeitung ethischer, sozialer, rechtlicher und organisatorischer Aspekte wurde orientierend in den Datenbanken BELIT, Ethicsweb und Social Science Citation Index sowie in Gesetzen und Richtlinien recherchiert. Zudem wurden über die „reflective thoughts“-Methode ethische, soziale und organisatorische Aspekte identifiziert.

Ergebnisse

Für die Bewertung der Effektivität wurden 3 RCTs eingeschlossen. Die adressierten physiotherapeutischen Interventionen umfassten Massagetherapie, Massage- und Wärmetherapie sowie Krankengymnastik im Bewegungsbad (Gruppentherapie). Es lagen keine Anhaltspunkte für Unterschiede in der Effektivität einer Physiotherapie aufgrund unterschiedlicher DHF vor. Es wurden keine gesundheitsökonomischen Evaluationen identifiziert. Ethische, soziale und organisatorische Aspekte wurden primär über „reflective thoughts“ identifiziert. Diese bezogen sich u.a. auf den individuell unterschiedlichen Interventionsbedarf, „nicht-therapeutische“ Zeit sowie mögliche Auswirkungen der Einführung von Blankoverordnungen. Aus rechtlicher Sicht waren u.a. Konsequenzen eigenmächtiger Abweichungen von der verschriebenen Behandlungsfrequenz für den Erstattungsanspruch relevant.

Schlussfolgerung

Auf Basis der Studienlage konnten keine Aussagen zum Einfluss unterschiedlicher DHF einer Physiotherapie auf den Behandlungserfolg bei PatientInnen mit HWS-Syndrom getroffen werden. Es fehlen Studien, die die in der Praxis gängigeren physiotherapeutischen Interventionen untersuchen.

Literaturangaben

1: Becker M, Rombey T, Strunk K, Bühn S, Mathes T, Dunger C, Tjardes T, von Heese PA, Pieper D. Halswirbelsäulensyndrom: Einfluss von Behandlungsdauer und -häufigkeiten einer Physiotherapie auf den Behandlungserfolg. HTA-Nummer: HT18-02. Health Technology Assessment im Auftrag des IQWiG. 05.06.2020. Verfügbar unter: https://www.themencheck-medizin.iqwig.de/de/hta-berichte/06-ht18-02-halswirbelsaeulensyndrom-einfluss-von-behandlungsdauer-und-haeufigkeiten-einer-physiotherapie-auf-den-behandlungserfolg.122.html.

Interessenkonflikte

keine

Stichwörter: Health Technology Assessment, HTA, Physiotherapie
PS-7-07

Verbesserung der Plaque- und Biofilmkontrolle von Menschen mit Pflegebedarf durch delegierte Fremdmundpflege im Rahmen der aufsuchenden zahnmedizinischen Betreuung (#86)

A. G. Barbe1, M. J. Noack1

1 Uniklinik Köln, Zahnerhaltung und Parodontologie, Köln, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Eine lebenslang täglich durchgeführte Plaque- und Biofilmkontrolle ist Grundlage für stabile Mundgesundheit, die bei Menschen mit Pflegebedarf bisher nicht zufriedenstellend gelöst ist. Komplex ist die Situation durch verschiedene involvierte Gruppen: Menschen mit Pflegebedarf, die mit zunehmendem Alter und Komorbidität nicht mehr vollständig zur eigenen Mundpflege beitragen; Pflegepersonal, das die Mundpflege eines jungen Patienten substituieren kann, nicht aber die eines Menschen mit Risikofaktoren; Hausärzte sowie Zahnärzte und Praxisteam in der aufsuchenden Betreuung. Die Evidenz zeigt für jede der Gruppen, dass durch Maßnahmen wie Schulungen oder Mundhygieneinterventionen wie delegiertes regelmäßiges professionelles Zähneputzen, die Mundgesundheit zumindest stabilisiert erhalten werden kann. Bis heute existiert aber kein beweisgestütztes langfristig erfolgreiches Betreuungsmodell, bei dem ein nachhaltig akzeptables Mundhygieneniveau erzielt werden konnte.

Methoden

Für das hier vorgestellte Projekt (Dauer 3 Jahre) wurden für alle in die Mundpflege involvierten Berufsgruppen die bestehenden Rollenprofile, Verantwortlichkeiten, ein Qualitätsmanagement, die entsprechenden Standard Operating Procedures (SOPs) und die Etablierung von verpflichtenden Schnittstellen in Hinblick auf den jeweiligen Beitrag zur Mundhygiene für den Bezirk Westfalen-Lippe für Menschen mit Pflegebedarf neu definiert. Meilensteine sind halbjährliche Evaluationen der Mundhygienesituation, der Mundgesundheit, der Allgemeingesundheit und der Lebensqualität. Im Sinne eines selbstlernenden Systems werden nach jeder Zwischenevaluation Interventionen optimiert. Qualitative Berufsgruppen-spezifische Befragungen begleiten das Projekt.

Vorläufige/erwartete Ergebnisse, Ausblick

Ziel ist die flächendeckende langfristige bedarfs- und risikoadaptierte Verbesserung der Plaque- und Biofilmkontrolle von Menschen mit Pflegebedarf mit langfristig positivem Nutzen für Mundgesundheit, Allgemeingesundheit und Lebensqualität.
Im Rahmen des Projektes werden langfristig Aufwand und klinischer Nutzen der beschriebenen interdisziplinären Mundhygieneinterventionen dokumentiert. Dies soll beitragen, ein sozialverträgliches Modell unter Beteiligung aller involvierten Berufsgruppen zu entwickeln. Das Projekt kann im Idealfall als Blaupause zur flächendeckenden Übertragung auf die interdisziplinäre Mundhygieneversorgung bei Menschen mit Pflegebedarf in Deutschland dienen.

Interessenkonflikte

keine

Stichwörter: Delegation, aufsuchende zahnmedizinische Betreuung, Pflegebedarf, Plaquekontrolle, interdisziplinäre Konzepte
PS-7-08

“Magnitude of Clinical Benefit” of solid tumour drugs and their real-world application in the Austrian health care setting (#104)

N. Grössmann1, 2, M. Robausch1, 3, W. Willenbacher4, 5, S. Wolf1, J. Simon2, 6, C. Wild1

1 Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA), Wien, Wien, Österreich
2 Medical University of Vienna, Department of Health Economics, Center for Public Health, Wien, Wien, Österreich
3 Austria and Lower Austrian Sickness Fund, St. Pölten, Nieder­österreich, Österreich
4 Medical University of Innsbruck, Internal Medicine V – Haematology & Oncology, Innsbruck, Tirol, Österreich
5 Oncotyrol Center for Personalized Cancer Medicine, Innsbruck, Tirol, Österreich
6 Ludwig Boltzmann Institute, Applied Diagnostics, Wien, Wien, Österreich

Hintergrund/Fragestellung

Insufficient evidence for robust decision-making especially for cancer drugs increases the importance of systematic assessments of clinical benefits and the actual real-world application. Therefore, we aimed to assess the clinical benefit of recently approved solid cancer drugs in Europe and their application in public Austrian hospitals.

Methoden

Our data basis was Austrian routine inpatient data provided by the Main Association of Austrian Social Security Institutions. All adult patients diagnosed with cancer in a public Austrian hospital between 2012 and 2016 were included. The clinical benefit of originator solid cancer drugs approved by the European Medicines Agency between 2009 and 2016 was assessed by applying two versions (original versus adapted) of the Magnitude of Clinical Benefit Scale (MCBS) from the European Society of Medical Oncology (ESMO).

Ergebnisse

Only a minority of our investigated cancer indications met the criteria for meaningful clinical benefit (MCB) independently of the applied ESMO-MCBS version (original: n=6/33, adapted: n=3/33). The threshold for MCB was most commonly met by breast cancer drugs. Furthermore, ten cancer drugs with highly rated indications (ESMO-MCBS: 4-5/B-A) were not included in the Austrian hospital benefit catalogue until 2016. Moreover, our results demonstrate that just a few of the ten most frequently applied cancer therapies were part of our ESMO-MCBS analyses.

Schlussfolgerung

The systematic collection of solid real-world data on a national level helps to facilitate evidence-based reimbursement and disinvestment decisions and thereby encourage equal access to health care.

Interessenkonflikte

Keine.

Stichwörter: ESMO-MCBS, EMA, health services research, real-world data, cancer treatment
PS-7-09

Empfehlungen zur Implementierung Evidenzbasierter Medizin in der ärztlichen Berufspraxis: Systematisches Meta-Review und Anwendung des Behaviour Change Wheel (#145)

M. Marquardt1, S. Weidenfeller1

1 FernUniversität in Hagen, Hagen, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Evidenzbasierte Medizin (EbM) in ihrer klassischen Form ist nach wie vor unverzichtbar für eine wissenschaftlich basierte Gesundheitsversorgung. Dennoch ist sie noch immer unzureichend in den klinischen Alltag integriert; so zeigen aktuelle Studien, dass EbM nur von einem kleinen Bruchteil der Ärztinnen und Ärzte regelmäßig angewandt wird. Doch wie lässt sich EbM nachhaltig in der beruflichen Praxis von Ärztinnen und Ärzten implementieren?
Ziel des vorliegenden Meta-Reviews (systematisches Review über systematische Reviews) ist es, diesbezügliche Hindernisse und wirksame Interventionen aufzufinden und hieraus Empfehlungen für die Implementierung von EbM abzuleiten. Als theoretische Grundlage dient das Behaviour Change Wheel (BCW; Michie et al., 2014), eines der bislang umfassendsten Modelle der Implementationswissenschaft.

Methoden

Die Datenbanken Pubmed, PsycInfo und Cochrane Library wurden nach systematischen Reviews der vergangenen zehn Jahre durchsucht. Aus den 243 aufgefundenen Quellen wurden entsprechend dem PRISMA-Flussdiagramm 22 Übersichtsarbeiten ausgewählt. Die Qualität der Studien wurde mithilfe des AMSTAR-Instruments bewertet. Die Datenextraktion erfolgte anhand der EPOC-Empfehlungen, die Datensynthese narrativ.

Ergebnisse

Barrieren für die Implementierung von EbM bestehen sowohl bezüglich individueller Faktoren (Mangel an Fähigkeiten und Wissen, ungünstige Routinen und Präferenzen, negative Einstellungen) als auch bezüglich Umgebungsfaktoren (Mangel an Zeit, Ressourcen und adäquater Evidenz, sozialer Einfluss). Es lassen sich mehrere mit geringem Effekt wirksame Interventionen zur Verbesserung des beruflichen Verhaltens auffinden: u. a. Informationsmaterial (schriftlich, elektronisch), (computergenerierte) Erinnerungen, sozialer Einfluss (lokale Meingungsführerinnen und -führer, Audit und Feedback, patientenvermittelte Interventionen) und kontinuierlich wirkende Interventionen. Die Barrieren und Interventionen werden den Kategorien des BCW zugeordnet.

Schlussfolgerung

Die erhobenen Befunde bestätigen weitgehend die Erkenntnisse aus früheren Meta-Reviews. Anhand der Ergebnisse lässt sich mit Hilfe des BCW eine aussichtsreiche, theoretisch fundierte Implementationsstrategie entwickeln, die folgende Elemente umfasst: Barrieren beseitigen, Bewusstsein für vorbewertete Datenbanken und EbM-Konzepte steigern und Motivation zur Literatursuche in Datenbanken erhöhen.

Literaturangaben

Michie, S., Atkins, L. & West, R. (2014). The behaviour change wheel. A guide to designing interventions (1. Aufl.). London: Silverback Publishing.

Interessenkonflikte

Keine

Stichwörter: Evidenzbasierte Medizin, Gesundheitssystem, Behaviour Change Wheel, Psychologie, Implementationswissenschaft
PS-7-10

Advance Care Planning für ältere Menschen mit ambulanter Pflege in Deutschland (STADPLAN): Entwicklung und Evaluation der Interventionskomponenten (#154)

H. Langner1, A. Kirchner1, G. Meyer1, R. Schnakenberg2, K. Silies3, F. Hoffmann2, S. Köpke5, J. Köberlein-Neu4, A. Berg1

1 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle/Saale, Sachsen-Anhalt, Deutschland
2 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Department für Versorgungsforschung, Oldenburg, Niedersachsen, Deutschland
3 Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Lübeck, Schleswig-Holstein, Deutschland
4 Bergische Universität Wuppertal, Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
5 Universität zu Köln, Institut für Pflegewissenschaft, Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Hintergrund/Fragestellung

Das StAdPlan-Projekt (DRKS0016886) ist eine multizentrische, cluster-randomisierte kontrollierte Studie zu vorausschauender Versorgungsplanung im ambulanten Setting. Ziel der Intervention ist es, ältere pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige im Rahmen von strukturierten Gesprächen für Advance Care Planning (ACP) zu sensibilisieren. Die Gesprächsführung wird dabei von geschulten Pflegenden übernommen, welche somit eine thematische Erweiterung ihrer bestehenden Beratungsaufgaben erfahren.

Methoden

Unter Nutzung der Methode des Behaviour Change Wheel (BCW) (1) zur Veränderung von Verhaltensweisen wurden Komponenten des international etablierten ACP-Programmes Respecting Choices (2) systematisch an die Bedingungen der ambulanten Pflege in Deutschland angepasst. Hierbei lag der Fokus auf der Erarbeitung von Interventionskomponenten, die die angestrebte Verhaltensänderung der Patient*innen möglichst effektiv unterstützen und gleichzeitig gut anwendbar sind. Eine Definition spezifischer Funktionen der Interventionskomponenten erfolgte mittels der Dimensionen capability, opportunity und motivation des BCW-Modells.

Die Intervention wurde in einer Pilotstudie mit vier Pflegediensten getestet. Die Evaluation erfolgte anhand der Schulungsfragebögen und Dokumentation der geführten Gespräche.

Ergebnisse

Die komplexe Intervention richtet sich an Pflegende, ältere pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen. Sie besteht aus einem zweitägigen Schulungsangebot, in welchem Pflegefachpersonen ambulanter Pflegedienste für leitfadengestützte Beratungsgespräche qualifiziert werden, die sie folgend durchführen. Eine Broschüre „Mein Vorsorgebegleiter“ ergänzt das Informationsangebot.

An der Pilot-Schulung zu Begleiter*innen zur gesundheitlichen Versorgungsplanung in der ambulanten Pflege (BEVA) nahmen insgesamt fünf Pflegende teil. In der Evaluation zeigten sich Unterschiede beim Grad der Umsetzung der Beratungsgespräche sowie Herausforderungen in der Gesprächsführung. Für die BEVAs bestand vor allem ein hoher Bedarf nach Informationen zu rechtlichen Hintergründen und der Schulung von Gesprächskompetenzen.

Schlussfolgerung

Die entwickelten Interventionskomponenten sind im Setting der ambulanten Pflege grundsätzlich anwendbar. Das Vorgehen entlang des BCW-Modells konnte effektiv für die Analyse, Beschreibung und Definition spezifischer Funktionen der Intervention angewandt werden. Die Schulung wurde im Hinblick auf das Ziel inhaltlich fokussiert und für die anschließende Wirksamkeitsstudie angepasst.

Literaturangaben

 

  1. Michie S, Atkins L, West R. The Behaviour Change Wheel: A Guide to Designing Interventions. First edition: Silverback Publishing; 2014.
  2. Hammes BJ, Briggs L. Respecting Choices® Gundersen Health System: Building a Systems Approach to Advance Care Planning; Classroom Version; 2011 [cited 2017 Dec 19]. Available from: URL: https://respectingchoices.dcopy.net/assets/Download/dcd1c667-cf37-419d-bc06-12c15468f377.
Stichwörter: Advance Care Planning, vorausschauende Versorgungsplanung, ambulante Pflege, komplexe Intervention, Gesprächsführung